Wie findet man eine Wohnung in Deutschland vor der Einreise?
Wie findet man eine Wohnung in Deutschland vor der Einreise? Eine Wohnung in Deutschland vor der Einreise zu finden, ist möglich, aber nicht immer einfach. Besonders in München, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln und klassischen Universitätsstädten ist die Nachfrage nach günstigen Zimmern sehr hoch.
Internationale Studierende sollten deshalb direkt nach der Zulassung mit der Wohnungssuche beginnen. Die beste Strategie besteht darin, sich gleichzeitig für ein Studentenwohnheim zu bewerben, auf dem privaten Markt nach einem WG-Zimmer zu suchen und vorsorglich eine kurzfristige Unterkunft für die ersten Wochen zu reservieren.
Kann man eine Wohnung aus dem Ausland mieten?
Ein Mietvertrag kann grundsätzlich auch vor der Einreise abgeschlossen werden. Viele private Vermieter bevorzugen jedoch Bewerber, die bereits in Deutschland sind und persönlich zu einer Besichtigung kommen können.
Das offizielle Portal Study in Germany empfiehlt, bereits vor der Abreise online zu suchen und Termine für Besichtigungen zu organisieren. Häufig fällt die endgültige Entscheidung über eine private Wohnung aber erst nach der Ankunft.
Realistisch sind vor der Einreise vor allem:
- ein Zimmer im Studentenwohnheim;
- ein möbliertes WG-Zimmer zur Zwischenmiete;
- eine Unterkunft über die Universität;
- ein privates Studentenwohnheim;
- ein befristetes Apartment;
- ein Zimmer, das per Live-Videobesichtigung geprüft wurde.
Wie findet man eine Wohnung in Deutschland vor der Einreise?
1. Sofort beim Studierendenwerk bewerben
Die günstigste Wohnform ist häufig ein Wohnheim des örtlichen Studierendenwerks. Dort gibt es je nach Standort:
- Einzelzimmer;
- Zimmer in Wohngemeinschaften;
- möblierte Apartments;
- Wohnungen für Paare;
- Unterkünfte für Studierende mit Kind;
- barrierearme Wohnungen.
Ein Wohnheimplatz kostete bei den Studierendenwerken zuletzt bundesweit durchschnittlich rund 305 Euro pro Monat. Allerdings können die Einrichtungen nur ungefähr zehn Prozent aller Studierenden unterbringen. Ende September 2025 standen allein an mehreren großen Hochschulstandorten mehr als 33.000 Personen auf Wartelisten.
So funktioniert die Bewerbung
Nach Erhalt der Hochschulzulassung sollten Studierende:
- das zuständige Studierendenwerk suchen;
- das Onlineformular für Wohnheimplätze ausfüllen;
- mehrere Wohnanlagen auswählen;
- das frühestmögliche Einzugsdatum angeben;
- Zulassungsbescheid und weitere Unterlagen hochladen;
- regelmäßig E-Mails und Spamordner kontrollieren;
- auf ein Wohnangebot sofort reagieren.
Die Bewerbung um einen Wohnheimplatz ist normalerweise von der Bewerbung an der Universität getrennt. Eine Hochschulzulassung führt daher nicht automatisch zu einem Zimmer. Das offizielle Portal Study in Germany empfiehlt, sich unmittelbar nach der Studienzulassung beim zuständigen Studierendenwerk zu bewerben.
2. Das International Office kontaktieren
Das International Office der Universität kann keine Wohnung garantieren, kennt aber häufig:
- Wohnheime am Studienort;
- private Studentenwohnanlagen;
- lokale Wohnungsbörsen;
- Angebote zur Zwischenmiete;
- Gastfamilienprogramme;
- Notunterkünfte für neue Studierende;
- Servicepakete für internationale Studierende.
Einige Studierendenwerke bieten besondere Servicepakete an, die einen Wohnheimplatz mit Betreuung bei den ersten Schritten in Deutschland kombinieren.
Die Anfrage sollte kurz und konkret sein und folgende Angaben enthalten:
- Name und Nationalität;
- Studiengang;
- geplantes Einreisedatum;
- gewünschte Mietdauer;
- maximales Monatsbudget;
- bevorzugte Wohnform.
3. Auf dem privaten Wohnungsmarkt suchen
Wer keinen Wohnheimplatz erhält, sollte parallel auf privaten Plattformen suchen.
Zu den bekanntesten Portalen gehören:
- WG-Gesucht für WG-Zimmer und Zwischenmiete;
- ImmobilienScout24 für Wohnungen und Apartments;
- Kleinanzeigen für private Angebote;
- Immowelt für Wohnungen;
- lokale Facebook- oder Hochschulgruppen;
- Wohnungsbörsen der Universitäten und Studierendenwerke.
Fast alle Studierendenwerke vermitteln zusätzlich private Zimmer oder veröffentlichen lokale Angebote. Privatwohnungen sind allerdings meist teurer als Wohnheimplätze und werden in Deutschland häufig unmöbliert angeboten.
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Die Begriffe möbliert, Zwischenmiete, provisionsfrei, Warmmiete und Anmeldung möglich sind für internationale Studierende besonders wichtig.
Welche Unterlagen verlangen Vermieter?
Private Vermieter möchten häufig prüfen, ob die Miete zuverlässig bezahlt werden kann.
Eine Bewerbungsmappe kann enthalten:
- Kopie des Reisepasses;
- Zulassungs- oder Immatrikulationsbescheinigung;
- Nachweis über ein Sperrkonto;
- Stipendienbescheid;
- Arbeitsvertrag oder Gehaltsnachweise;
- Bürgschaft der Eltern oder einer anderen Person;
- kurze persönliche Vorstellung;
- bisherige Vermieterbescheinigung, falls vorhanden;
- SCHUFA-Auskunft, wenn sie bereits verfügbar ist.
Neu eingereiste internationale Studierende besitzen normalerweise noch keine aussagekräftige SCHUFA-Auskunft. Das offizielle Portal Make it in Germany weist darauf hin, dass eine SCHUFA meist erst erhältlich ist, nachdem eine Person einige Zeit in Deutschland gelebt und ein deutsches Bankkonto eröffnet hat.
Als Ersatz können Studierende anbieten:
- Sperrkontobestätigung;
- Bankauszüge;
- Stipendiennachweis;
- Verpflichtungserklärung;
- Mietbürgschaft;
- Vorauszahlung einzelner Mieten nach einem sicheren Vertragsabschluss.
Eine Vorauszahlung ist freiwillig. Studierende sollten sich nicht unter Druck setzen lassen, mehrere Monatsmieten ohne überprüften Vertrag zu überweisen.
So schreibt man eine erfolgreiche WG-Anfrage
Bei einem WG-Zimmer entscheidet nicht nur das Einkommen. Die Mitbewohner möchten wissen, ob die Person zur Wohngemeinschaft passt.
Eine gute Anfrage enthält:
- Alter und Studiengang;
- Universität;
- geplantes Einzugsdatum;
- gewünschte Mietdauer;
- Sprachen;
- Hobbys;
- bisherigen Wohnort;
- kurze Erklärung zur Finanzierung;
- Angebot für ein Videogespräch.
Unpersönliche Nachrichten wie „Ist das Zimmer noch frei?“ erhalten bei stark nachgefragten Angeboten selten eine Antwort.
Wohnung per Videobesichtigung prüfen
Kann der Student nicht persönlich erscheinen, sollte eine Live-Videobesichtigung verlangt werden.
Dabei sollte der Vermieter oder Hauptmieter zeigen:
- Gebäudeeingang und Hausnummer;
- Zimmer und Gemeinschaftsräume;
- Küche und Badezimmer;
- Fenster und vorhandene Möbel;
- Klingelschild oder Briefkasten;
- mögliche Schäden;
- Schlüssel;
- aktuellen Blick aus dem Fenster.
Ein vorab aufgenommenes Video reicht nicht aus, weil es aus einer fremden Anzeige kopiert worden sein kann.
Zusätzlich sollten Studierende prüfen:
- ob die Adresse tatsächlich existiert;
- ob Bilder auch in anderen Anzeigen verwendet werden;
- ob Name und Bankkonto des Vermieters zusammenpassen;
- ob die Person berechtigt ist, das Zimmer zu vermieten;
- ob bei einer Untervermietung die Zustimmung des Hauptvermieters vorliegt.
Was muss im Mietvertrag stehen?
Vor der Unterschrift müssen mindestens folgende Punkte klar sein:
- vollständiger Name von Mieter und Vermieter;
- genaue Adresse;
- Beginn und Dauer des Mietverhältnisses;
- Höhe der Kaltmiete;
- Höhe der Nebenkosten;
- Gesamtbetrag der Warmmiete;
- Höhe der Kaution;
- Kündigungsfrist;
- enthaltene Möbel;
- Regeln zu Strom, Heizung und Internet;
- Möglichkeit der Wohnsitzanmeldung;
- Bedingungen bei einer Untervermietung.
Studierende sollten außerdem klären, ob Strom, Rundfunkbeitrag und Internet bereits in der Warmmiete enthalten sind.
Kaltmiete und Warmmiete
Die Kaltmiete ist nur der Preis für die Nutzung der Wohnung. Die Warmmiete umfasst zusätzlich bestimmte Nebenkosten, beispielsweise Wasser, Heizung, Müllabfuhr oder Hausreinigung.
Strom und Internet sind nicht automatisch in der Warmmiete enthalten.
Vorsicht vor gefälschten Wohnungsanzeigen
Wohnungsbetrug trifft besonders häufig Personen, die noch im Ausland leben und dringend eine Unterkunft benötigen.
Typische Warnzeichen sind:
- der angebliche Vermieter lebt im Ausland;
- eine Besichtigung ist angeblich nicht möglich;
- der Schlüssel soll per Post geschickt werden;
- Geld wird vor dem Mietvertrag verlangt;
- die Wohnung ist auffällig günstig;
- Kommunikation erfolgt nur über Messenger;
- eine Zahlung soll über Kryptowährung oder Geldtransferdienst erfolgen;
- der Vermieter nutzt angeblich Airbnb oder Booking.com zur Vertragsabwicklung;
- Passkopien werden bereits vor einem echten Gespräch verlangt.
Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich davor, eine Kaution vor Abschluss des Mietvertrags zu bezahlen. Die Mietkaution wird grundsätzlich erst zum vereinbarten Beginn des Mietverhältnisses fällig.
Eine sensible Ausweiskopie sollte nur an einen überprüften Vermieter geschickt und mit einem Wasserzeichen wie „Nur für Wohnungsbewerbung am [Datum]“ versehen werden.
Übergangsunterkunft als sichere Alternative
Ist vor der Einreise keine dauerhafte Wohnung verfügbar, sollte für die ersten zwei bis vier Wochen eine seriöse Übergangsunterkunft gebucht werden.
Mögliche Optionen:
- Jugendherberge;
- Hostel;
- Hotel;
- möbliertes Apartment;
- befristete Zwischenmiete;
- Gästehaus der Universität;
- Unterkunft bei Freunden oder Verwandten.
Nicht jede kurzfristige Unterkunft erlaubt eine offizielle Wohnsitzanmeldung. Wer nach Deutschland zieht, muss seinen Wohnsitz grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen bei der zuständigen Meldebehörde anmelden.
Vor der Buchung sollte deshalb gefragt werden, ob eine Wohnungsgeberbestätigung ausgestellt wird.
Empfohlener Zeitplan für die Wohnungssuche
Drei bis sechs Monate vor der Einreise
- Wohnheimbewerbung einreichen;
- International Office kontaktieren;
- Mietbudget festlegen;
- private Plattformen beobachten.
Ein bis drei Monate vor der Einreise
- täglich neue Anzeigen prüfen;
- persönliche Bewerbungsnachricht versenden;
- Videobesichtigungen vereinbaren;
- Unterlagen vorbereiten;
- vorübergehende Unterkunft reservieren.
Kurz vor der Einreise
- Mietvertrag vollständig prüfen;
- keine ungesicherten Zahlungen senden;
- Einzugsdatum bestätigen;
- Wohnungsgeberbestätigung anfordern;
- Termin für die Anmeldung recherchieren.
Fazit
Die beste Möglichkeit, eine Wohnung in Deutschland vor der Einreise zu finden, ist eine parallele Suche über das Studierendenwerk, das International Office und private WG-Portale.
Ein Wohnheim ist meist die günstigste und sicherste Lösung, besitzt aber lange Wartelisten. Auf dem privaten Markt erhöht eine vollständige Bewerbungsmappe mit Zulassungsbescheid, Finanzierungsnachweis und persönlicher Vorstellung die Chancen.
Kann kein seriöser langfristiger Vertrag abgeschlossen werden, ist eine kurzfristige Unterkunft deutlich sicherer als eine Geldüberweisung an einen unbekannten Vermieter.
Offizielle Quellen
- Study in Germany – Finding accommodation
- Study in Germany – Suche nach Studentenwohnheimen
- Deutsches Studierendenwerk – Wohnen für internationale Studierende
- Deutsches Studierendenwerk – Studierendenwohnheime
- Make it in Germany – Wohnungssuche und Anmeldung
- Verbraucherzentrale – Gefälschte Wohnungsanzeigen erkennen



