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Wie eröffnet man ein Bankkonto in Deutschland als internationaler Student?

Wie eröffnet man ein Bankkonto in Deutschland als internationaler Student

obs und die monatliche Auszahlung aus einem Sperrkonto benötigt. Internationale Studierende können ihr Konto entweder bei einer Filialbank oder vollständig online eröffnen.

Doch wie eröffnet man ein Bankkonto in Deutschland als internationaler Student, welche Dokumente werden benötigt und was kann man tun, wenn eine Bank den Antrag ablehnt? Diese Anleitung erklärt den Ablauf für 2026 Schritt für Schritt.

Sperrkonto und Girokonto: Was ist der Unterschied?

Ein Sperrkonto dient hauptsächlich als Finanzierungsnachweis für das Studentenvisum. Das hinterlegte Geld wird gesperrt und nach der Einreise nur in festgelegten monatlichen Beträgen ausgezahlt.

Ein Girokonto wird dagegen für den normalen Zahlungsverkehr verwendet:

  • Miete und Nebenkosten bezahlen
  • Krankenversicherung per Lastschrift abbuchen lassen
  • Gehalt aus einem Studentenjob erhalten
  • mit einer Debitkarte einkaufen
  • Überweisungen und Daueraufträge ausführen
  • monatliche Zahlungen aus dem Sperrkonto empfangen

Internationale Studierende benötigen daher häufig beide Konten. Das Sperrkonto ersetzt kein normales Girokonto.

Kann man das Bankkonto vor der Einreise eröffnen?

Das hängt von der Bank ab. Einige digitale Anbieter ermöglichen eine Registrierung aus einem unterstützten Land. Andere Banken verlangen bereits:

  • einen Wohnsitz in Deutschland
  • eine deutsche Meldebescheinigung
  • einen gültigen Aufenthaltstitel
  • eine deutsche Steuerpflicht
  • eine deutsche Mobiltelefonnummer

N26 verlangt beispielsweise ein Mindestalter von 18 Jahren, einen Wohnsitz in einem unterstützten Land, ein Smartphone und ein akzeptiertes Ausweisdokument. C24 setzt dagegen ausdrücklich einen Wohnsitz und eine Steuerpflicht in Deutschland voraus.

Wer noch im Ausland lebt, sollte die Voraussetzungen der gewünschten Bank prüfen. Häufig ist es einfacher, das Girokonto direkt nach der Anmeldung des Wohnsitzes in Deutschland zu eröffnen.

Welche Dokumente werden benötigt?

Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Bank und Nationalität. Typischerweise werden folgende Unterlagen verlangt:

  • gültiger Reisepass oder Personalausweis
  • Studentenvisum oder elektronischer Aufenthaltstitel
  • Meldebescheinigung aus Deutschland
  • deutsche Wohnadresse
  • Immatrikulationsbescheinigung
  • deutsche Steueridentifikationsnummer
  • deutsche oder europäische Mobilfunknummer
  • Smartphone für die App und Identitätsprüfung
  • gegebenenfalls Nachweis über Einkommen oder Geldzufluss

Das offizielle Portal „Make it in Germany“ nennt insbesondere Reisepass, Aufenthaltstitel und Meldebescheinigung. Bei bestimmten Kontomodellen kann zusätzlich ein Einkommensnachweis erforderlich sein.

Nicht jede Bank verlangt alle Dokumente bereits bei Antragstellung. Die Steueridentifikationsnummer kann bei manchen Anbietern später nachgereicht werden.

Bankkonto eröffnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Wohnsitz in Deutschland anmelden

Nach dem Einzug müssen Studierende ihre neue Adresse bei der zuständigen Meldebehörde anmelden. Anschließend erhalten sie eine Meldebestätigung beziehungsweise Meldebescheinigung. Die Anmeldung des Wohnsitzes gehört zu den gesetzlichen Meldepflichten in Deutschland.

Für die Anmeldung werden normalerweise benötigt:

  • Reisepass
  • Visum oder Aufenthaltstitel
  • ausgefülltes Anmeldeformular
  • Wohnungsgeberbestätigung des Vermieters

Ein Hotel oder eine kurzfristige Unterkunft wird nicht von jeder Bank als dauerhafte Wohnadresse akzeptiert.

2. Steueridentifikationsnummer abwarten

Nach der ersten Anmeldung in Deutschland wird automatisch eine persönliche Steueridentifikationsnummer vergeben. Sie bleibt lebenslang gültig und wird normalerweise per Post an die angemeldete Adresse geschickt.

Die Steuer-ID wird unter anderem benötigt für:

  • die steuerliche Erfassung bei der Bank
  • einen Studenten- oder Werkstudentenjob
  • Lohnabrechnungen
  • mögliche Zinserträge
  • spätere Steuererklärungen

Ist nach drei Monaten noch kein Schreiben eingetroffen, kann die erneute Mitteilung beim Bundeszentralamt für Steuern beantragt werden.

3. Passendes Kontomodell auswählen

Internationale Studierende können zwischen drei Grundformen wählen:

Onlinebank

Die gesamte Kontoeröffnung und Verwaltung erfolgt per App oder Webseite.

Vorteile:

  • häufig geringe Kontoführungsgebühren
  • englischsprachige App verfügbar
  • schnelle digitale Kontoeröffnung
  • virtuelle Debitkarte teilweise sofort nutzbar

Nachteile:

  • keine persönliche Filialberatung
  • Bargeldeinzahlungen können schwierig oder teuer sein
  • nicht jeder Reisepass wird digital akzeptiert

Filialbank oder Sparkasse

Der Antrag kann persönlich in einer Filiale gestellt werden.

Vorteile:

  • persönliche Unterstützung
  • Identifikation direkt in der Filiale
  • teilweise bessere Möglichkeit für Bargeldeinzahlungen
  • hilfreich bei nicht unterstützten Reisepässen

Nachteile:

  • Kontoführungs- oder Kartengebühren möglich
  • Studentenkonditionen müssen regelmäßig nachgewiesen werden
  • Termine können erforderlich sein

Basiskonto

Ein Basiskonto ist ein Zahlungskonto auf Guthabenbasis. Es ermöglicht unter anderem Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen sowie Bargeldein- und -auszahlungen, enthält aber nicht automatisch einen Dispokredit.

4. Gebühren und Leistungen vergleichen

Vor dem Antrag sollten Studierende nicht nur auf die monatliche Kontoführungsgebühr achten.

Wichtige Vergleichskriterien sind:

  • Kosten der Debit- oder Girocard
  • Anzahl kostenloser Bargeldabhebungen
  • Gebühren für Bargeldeinzahlungen
  • Fremdwährungsgebühren
  • Kosten internationaler Überweisungen
  • Mindestgeldeingang
  • Altersgrenze des Studentenkontos
  • Gebühren nach dem Studienabschluss
  • Möglichkeit zur Nutzung von Apple Pay oder Google Pay
  • Verfügbarkeit eines englischsprachigen Kundenservices

Der neutrale BaFin-Kontenvergleich enthält Informationen zu rund 6.900 Giro- und Basiskonten in Deutschland. Ein Konto mit null Euro monatlicher Grundgebühr kann trotzdem Kosten für Karten, Abhebungen oder andere Leistungen verursachen.

5. Antrag ausfüllen

Beim Antrag werden üblicherweise folgende Angaben abgefragt:

  • vollständiger Name wie im Reisepass
  • Geburtsdatum und Geburtsort
  • Staatsangehörigkeit
  • deutsche Adresse
  • steuerliche Ansässigkeit
  • Steueridentifikationsnummer
  • Studien- oder Beschäftigungsstatus
  • Herkunft und geplante Nutzung des Geldes

Alle Angaben müssen mit den eingereichten Dokumenten übereinstimmen. Unterschiedliche Schreibweisen des Namens können die Prüfung verzögern.

6. Identität bestätigen

Die Bank muss die Identität ihrer Kunden prüfen. Je nach Anbieter stehen folgende Verfahren zur Verfügung:

  • Video-Identifikation
  • Identifikation über die Banking-App
  • Postident in einer Postfiliale
  • elektronische Identifikation mit eID
  • persönliche Prüfung in einer Bankfiliale

Bei einigen Nationalitäten reicht der Reisepass für die Video-Identifikation nicht aus. Dann kann zusätzlich der deutsche Aufenthaltstitel im Kartenformat verlangt werden. Papierkopien oder Fotos eines Ausweises ersetzen die vorgeschriebene Identifikation nicht.

7. Konto aktivieren und Sperrkonto verbinden

Nach erfolgreicher Prüfung erhält der Student:

  • eine deutsche oder europäische IBAN
  • Zugang zum Onlinebanking
  • eine virtuelle oder physische Debitkarte
  • persönliche Zugangsdaten oder eine App-Freigabe

Anschließend kann die IBAN beim Sperrkontoanbieter hinterlegt werden. Die monatlichen Auszahlungen werden dann auf das neue Girokonto überwiesen.

Was tun, wenn der Kontoantrag abgelehnt wird?

Eine reguläre Bank kann einen Antrag beispielsweise ablehnen, wenn:

  • das Ausweisdokument nicht unterstützt wird
  • der Aufenthaltstitel fehlt
  • die angegebene Adresse nicht bestätigt werden kann
  • die Identitätsprüfung scheitert
  • interne Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt werden
  • der Antragsteller die Bedingungen des jeweiligen Kontomodells nicht erfüllt

In diesem Fall können Studierende:

  1. eine Filialbank statt einer reinen Onlinebank versuchen,
  2. einen anderen Anbieter mit unterstütztem Identifikationsverfahren wählen,
  3. einen gültigen Aufenthaltstitel nachreichen,
  4. ausdrücklich ein Basiskonto nach dem Zahlungskontengesetz beantragen.

Rechtmäßig in der Europäischen Union lebende Verbraucher besitzen grundsätzlich Zugang zu einem Basiskonto. Eine Ablehnung ist nur aus bestimmten gesetzlichen Gründen zulässig. Die Bank muss über einen vollständigen Antrag grundsätzlich innerhalb von zehn Geschäftstagen entscheiden. Bei einer unrechtmäßigen Ablehnung oder ausbleibenden Entscheidung kann ein Verwaltungsverfahren bei der BaFin beantragt werden.

Häufige Fehler bei der Kontoeröffnung

Vermeiden Sie insbesondere:

  • unterschiedliche Schreibweisen des Namens
  • Nutzung einer nicht gemeldeten Adresse
  • Hochladen abgelaufener Dokumente
  • Auswahl eines Kontos mit nicht erfülltem Mindestgeldeingang
  • Verwechslung von Sperrkonto und Girokonto
  • Eröffnung mehrerer Konten ohne Prüfung der Gebühren
  • vorschnelle Nutzung eines teuren Dispokredits
  • Weitergabe von PIN, Passwort oder TAN

Seriöse Banken fragen niemals per E-Mail oder Messenger nach der vollständigen PIN oder einer TAN zur angeblichen Kontoprüfung.

Fazit

Wer ein Bankkonto in Deutschland als internationaler Student eröffnen möchte, sollte nach der Einreise zuerst den Wohnsitz anmelden und die erforderlichen Dokumente vorbereiten. Ein Onlinekonto kann günstig und bequem sein, während eine Filialbank bei Problemen mit ausländischen Reisepässen häufig mehr Unterstützung bietet.

Wird ein normales Girokonto abgelehnt, kann ein Basiskonto eine wichtige Alternative sein. Vor der Kontoeröffnung sollten Kontoführungsgebühren, Kartenkosten, Bargeldabhebungen und internationale Überweisungen sorgfältig verglichen werden.

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