Wise vs Revolut für ein Auslandssemester: Was ist besser?
Wise vs Revolut für ein Auslandssemester: Was ist besser?
Wer ein Semester im Ausland verbringt, benötigt eine günstige Möglichkeit für Kartenzahlungen, Bargeldabhebungen, Währungswechsel und internationale Überweisungen. Zwei der bekanntesten Angebote sind Wise und Revolut.
Im Vergleich Wise vs Revolut für ein Auslandssemester gibt es keinen Gewinner für jede Situation. Wise überzeugt vor allem mit transparenten Umrechnungsgebühren und dem Devisenmittelkurs. Revolut Standard kann günstiger sein, wenn monatlich höchstens 1.000 Euro an Werktagen gewechselt werden und die kostenlosen Limits eingehalten werden.
Wise und Revolut kurz erklärt
Was ist Wise?
Wise ist ein internationaler Zahlungsdienstleister und keine klassische Bank. Mit dem Wise-Konto können Studierende Geld in verschiedenen Währungen halten, umtauschen, empfangen und überweisen.
Wise verwendet für den Währungswechsel den Devisenmittelkurs und berechnet eine separat ausgewiesene Gebühr. Diese beginnt derzeit abhängig von der Währung bei etwa 0,47 Prozent. Eine monatliche Abonnementgebühr gibt es nicht.
Was ist Revolut?
Revolut bietet über die Revolut Bank UAB ein mobiles Bankkonto mit mehreren Währungen, Debitkarte und internationaler Zahlungsfunktion an.
Das Standardkonto kostet keine monatliche Grundgebühr. Kunden mit Wohnsitz in Deutschland können bei entsprechender Zuordnung zur deutschen Zweigniederlassung ein Konto mit deutscher IBAN erhalten.
Welcher Anbieter bietet den besseren Wechselkurs?
Währungswechsel bei Wise
Wise verwendet den Devisenmittelkurs und zeigt die Umtauschgebühr vor der Transaktion an.
Die Gebühr:
- hängt vom Währungspaar ab,
- beginnt aktuell bei ungefähr 0,47 Prozent,
- wird bei jedem Währungswechsel berechnet,
- ist nicht an ein monatliches kostenloses Wechselkontingent gebunden.
Das bedeutet: Studierende können auch größere Beträge wechseln, ohne nach Überschreiten eines bestimmten Monatslimits eine zusätzliche Fair-Use-Gebühr zu zahlen. Die normale Wise-Umtauschgebühr fällt jedoch weiterhin an.
Währungswechsel bei Revolut Standard
Im kostenlosen Revolut-Standardtarif können Kunden montags bis freitags grundsätzlich bis zu 1.000 Euro pro Monat ohne zusätzliche Wechselgebühr umtauschen.
Danach fällt derzeit eine Fair-Use-Gebühr von 0,5 Prozent an. Bei einem Währungswechsel am Wochenende berechnet Revolut Standard zusätzlich eine Gebühr von einem Prozent.
Revolut verwendet einen eigenen variablen Revolut-Wechselkurs, der auf Daten verschiedener unabhängiger Quellen basiert. Er ist deshalb nicht automatisch identisch mit dem Devisenmittelkurs von Wise.
Wer ist beim Währungswechsel günstiger?
Revolut Standard kann günstiger sein, wenn Sie:
- weniger als 1.000 Euro monatlich wechseln,
- den Umtausch an einem Werktag durchführen,
- keine zusätzlichen internationalen Überweisungsgebühren verursachen,
- den angebotenen Kurs vor der Bestätigung prüfen.
Wise ist meist besser planbar, wenn Sie:
- regelmäßig mehr als 1.000 Euro wechseln,
- Studiengebühren oder eine hohe Mietkaution überweisen,
- den Devisenmittelkurs bevorzugen,
- alle Gebühren vorab klar sehen möchten,
- keine monatlichen Tariflimits überwachen wollen.
Vergleichen Sie unmittelbar vor einer größeren Zahlung den tatsächlichen Empfängerbetrag in beiden Apps. Ein allgemeiner Preisvergleich kann den tagesaktuellen Kurs und die jeweilige Währung nicht vollständig berücksichtigen.
Kosten der Debitkarte
Wise-Karte
Für die physische Wise-Debitkarte werden in Deutschland derzeit einmalig 7 Euro berechnet. Eine laufende Abonnementgebühr fällt nicht an. Zahlungen in einer bereits im Konto vorhandenen Währung sind kostenlos. Ist die Währung nicht vorhanden, nimmt Wise automatisch eine kostenpflichtige Umrechnung vor.
Revolut-Karte
Beim Revolut-Standardkonto ist die erste physische Karte kostenlos. Für den Versand werden jedoch aktuell berechnet:
- 7,99 Euro für Standardversand,
- 19,99 Euro für Expressversand,
- 29,99 Euro für besonders schnellen Versand.
Virtuelle Karten sind kostenlos.
Damit sind die anfänglichen Kosten beider Karten bei Standardversand nahezu gleich.
Wise oder Revolut zum Geldabheben?
Bargeldabhebungen mit Wise
Wise ermöglicht derzeit gebührenfreie Abhebungen bis insgesamt 250 Euro pro Kalendermonat. Für den Teil oberhalb dieses Betrags werden 2,69 Prozent berechnet.
Bargeldabhebungen mit Revolut Standard
Revolut erlaubt im kostenlosen Tarif:
- höchstens fünf Abhebungen,
- oder insgesamt höchstens 200 Euro pro rollierendem Monat,
je nachdem, welche Grenze zuerst erreicht wird.
Nach Überschreiten des Limits fallen zwei Prozent des Abhebungsbetrags oder mindestens ein Euro an.
Welches Angebot ist besser?
Wise bietet ein etwas höheres kostenloses Monatsvolumen. Revolut verlangt nach Überschreiten des Limits einen niedrigeren prozentualen Aufschlag, setzt aber zusätzlich eine maximale Zahl kostenloser Abhebungen fest.
Bei beiden Karten kann der Geldautomatenbetreiber eine eigene Gebühr verlangen. Diese wird nicht durch die kostenlosen Limits des Kartenanbieters abgedeckt.
Wählen Sie am Geldautomaten immer die Abrechnung in der lokalen Landeswährung. Lehnen Sie eine automatische Umrechnung durch den Automaten ab, da diese sogenannte Dynamic Currency Conversion häufig einen ungünstigen Kurs verwendet.
Internationale Überweisungen
Überweisungen mit Wise
Wise ist besonders auf internationale Transfers spezialisiert. Die App zeigt vor der Bestätigung:
- Umtauschkurs,
- Wise-Gebühr,
- erwartete Überweisungsdauer,
- Betrag, den der Empfänger erhalten soll.
Kontodaten zum Empfang von Zahlungen stehen für zahlreiche Währungen zur Verfügung. Der Empfang bestimmter lokaler Zahlungen ist kostenlos; für einzelne SWIFT-Zahlungen können feste Empfangsgebühren entstehen.
Überweisungen mit Revolut
Lokale Zahlungen in der Basiswährung und SEPA-Zahlungen in Euro sind im Standardtarif kostenlos. Für andere internationale Zahlungen können Gebühren entstehen, die vor der Bestätigung in der App angezeigt werden.
Bei SWIFT-Zahlungen können außerdem Zwischenbanken Geld vom Überweisungsbetrag abziehen. Revolut bietet bei bestimmten Transfers eine kostenpflichtige Funktion an, mit der alle Gebühren vorab übernommen werden können.
Empfehlung für Studierende
Für Euro-Zahlungen innerhalb des SEPA-Raums ist Revolut besonders praktisch. Für Überweisungen in eine andere Währung bietet Wise häufig eine transparentere Darstellung des garantierten Empfängerbetrags.
Das ist beispielsweise wichtig bei:
- Studiengebühren,
- Mietkautionen,
- Zahlungen an eine ausländische Hochschule,
- regelmäßigen Überweisungen der Eltern,
- Überweisungen zwischen Deutschland und einem Nicht-Euro-Land.
Sicherheit und Einlagenschutz
Bei Wise werden Kundengelder getrennt vom Unternehmensvermögen in Bankguthaben und risikoarmen liquiden Vermögenswerten verwahrt. Wise Europe ist jedoch keine Bank. Das normale Wise-Zahlungskonto fällt deshalb nicht unter die belgische gesetzliche Einlagensicherung.
Einlagen bei der Revolut Bank UAB können dagegen grundsätzlich bis insgesamt 100.000 Euro pro Kunde durch das litauische Einlagensicherungssystem geschützt sein. Entscheidend ist, bei welcher Revolut-Gesellschaft das konkrete Konto geführt wird und ob das Guthaben die Voraussetzungen der Einlagensicherung erfüllt.
Für alltägliche Semesterkosten sind beide Angebote etablierte Zahlungsdienste. Größere Notfallreserven sollten Studierende trotzdem nicht ausschließlich auf einer einzigen App verwahren.
Wise oder Revolut als Hauptkonto?
Revolut kann eher als Hauptkonto dienen, wenn Sie:
- eine deutsche IBAN erhalten,
- SEPA-Lastschriften einrichten möchten,
- regelmäßige Zahlungen empfangen,
- ein Bankkonto mit Einlagensicherung bevorzugen,
- Ihr Budget vollständig per App verwalten möchten.
Wise eignet sich besonders als Ergänzung, wenn Sie:
- Geld in mehreren Währungen empfangen,
- häufig internationale Überweisungen durchführen,
- den Devisenmittelkurs nutzen möchten,
- größere Beträge ohne monatliches Wechselkontingent umtauschen,
- während des Semesters zwischen mehreren Ländern reisen.
Studierende sollten ihr deutsches Girokonto nicht vorschnell kündigen. Manche Stipendiengeber, Vermieter oder Behörden bevorzugen ein klassisches Konto, das dauerhaft in Deutschland geführt wird.
Welche Karte ist für welches Auslandssemester besser?
Auslandssemester in der Eurozone
In Frankreich, Österreich, den Niederlanden, Spanien oder Italien ist kaum Währungsumtausch erforderlich. Revolut bietet hier ein praktisches Konto mit kostenlosen SEPA-Zahlungen. Auch ein bereits vorhandenes deutsches Girokonto kann völlig ausreichen.
Auslandssemester in Großbritannien, Schweiz oder USA
Wise ist häufig die bessere Wahl für Studierende, die regelmäßig größere Beträge wechseln oder Überweisungen in GBP, CHF oder USD erhalten.
Revolut kann günstiger sein, wenn die monatliche Umrechnung unter 1.000 Euro bleibt und ausschließlich an Werktagen erfolgt.
Auslandssemester mit häufigen Reisen
Revolut bietet gute Budgetfunktionen und kostenlose Währungswechsel innerhalb des Tariflimits. Wise punktet mit transparenten Gebühren ohne monatliche Wechselgrenze. Viele Studierende nutzen deshalb beide Apps parallel.
Keine kostenlose Reiseversicherung im Standardtarif
Weder das normale Wise-Konto noch Revolut Standard ersetzt eine Auslandskrankenversicherung.
Revolut bietet bestimmte Reiseversicherungsleistungen nur in ausgewählten kostenpflichtigen Tarifen und unter vertraglichen Bedingungen an. Vor einem Upgrade sollten Deckungsumfang, erforderliche Kartenzahlungen, maximale Reisedauer und Ausschlüsse geprüft werden.
Fazit: Wise oder Revolut?
Im Vergleich Wise vs Revolut für ein Auslandssemester ist Wise besonders für größere Währungswechsel und internationale Überweisungen geeignet. Die Kosten werden transparent dargestellt, und es gibt kein monatliches kostenloses Wechselkontingent, das anschließend eine zusätzliche Fair-Use-Gebühr auslöst.
Revolut Standard ist häufig günstiger für alltägliche Kartenzahlungen und Währungswechsel bis 1.000 Euro monatlich an Werktagen. Es eignet sich außerdem besser als mobiles Hauptkonto mit deutscher IBAN und möglichem Einlagenschutz.
Die beste Kombination für viele Studierende ist: Revolut oder ein klassisches Girokonto für laufende Zahlungen und Wise für größere internationale Transfers.



