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Studieren in Schweden für deutsche Studierende: Kosten und Finanzierung

Studieren in Schweden für deutsche Studierende

Schweden gehört zu den attraktivsten Studienzielen für deutsche Studierende. Viele Masterprogramme und einige Bachelorstudiengänge werden vollständig auf Englisch angeboten. Der wichtigste finanzielle Vorteil: Deutsche Staatsangehörige müssen an schwedischen Hochschulen grundsätzlich weder Bewerbungsgebühren noch Studiengebühren bezahlen.

Kostenlos ist das Studium trotzdem nicht. Vor allem Unterkunft, Lebensmittel und Nahverkehr können das monatliche Budget stark belasten. Für einen realistischen Studienaufenthalt sollten deutsche Studierende 2026 mit durchschnittlich rund 10.656 schwedischen Kronen pro Monat für den Lebensunterhalt rechnen.

Müssen deutsche Studierende in Schweden Studiengebühren zahlen?

Deutsche Staatsangehörige sind Bürger der Europäischen Union. Sie sind daher an schwedischen Universitäten grundsätzlich von folgenden Gebühren befreit:

  • Bewerbungsgebühr;
  • Studiengebühren für Bachelorprogramme;
  • Studiengebühren für Masterprogramme;
  • Studiengebühren für einzelne reguläre Hochschulkurse.

Damit die Gebührenbefreiung anerkannt wird, muss bei der Bewerbung ein Nachweis der deutschen beziehungsweise europäischen Staatsangehörigkeit eingereicht werden. Dafür genügt normalerweise eine Kopie des gültigen Reisepasses oder Personalausweises.

Zusätzliche Kosten können dennoch entstehen, beispielsweise für:

  • Lehrbücher und digitale Lernmaterialien;
  • Laborausstattung;
  • Exkursionen;
  • Software oder technische Geräte;
  • Mitgliedschaft in einer Student Union;
  • Unterkunft und Verpflegung.

Für Fachliteratur nennt das offizielle Portal Study in Sweden einen möglichen Richtwert von rund 750 SEK pro Monat. Die Mitgliedschaft in einer Studentenvereinigung kann etwa 50 bis 350 SEK kosten.

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Schweden?

Das offizielle schwedische Studienportal empfiehlt 2026 ein monatliches Studentenbudget von ungefähr 10.656 SEK.

Dieses durchschnittliche Budget setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Unterkunft: rund 4.900 SEK;
  • Lebensmittel: rund 2.716 SEK;
  • öffentlicher Nahverkehr: rund 650 SEK;
  • Telefon und Internet: rund 400 SEK;
  • Freizeit und sonstige Ausgaben: rund 1.964 SEK.

Die tatsächlichen Kosten hängen stark vom Studienort und vom persönlichen Lebensstil ab. Stockholm, Göteborg, Lund und Uppsala sind häufig teurer als kleinere Hochschulstädte.

Kosten für eine Studentenwohnung

Die monatliche Miete liegt häufig zwischen etwa 3.000 und 7.000 SEK. In Stockholm oder Göteborg können private Zimmer und Wohnungen deutlich teurer sein.

Zu den günstigeren Unterkunftsarten gehören:

  • Zimmer in einem Studentenwohnheim;
  • Korridorzimmer mit geteilter Küche;
  • Wohngemeinschaften;
  • Untervermietung außerhalb des Stadtzentrums;
  • Wohnheime der Universität oder Studentenvereinigung.

Studierende sollten sich unmittelbar nach der Zulassung um eine Unterkunft kümmern. In mehreren schwedischen Städten werden Studentenwohnungen über Wartelisten vergeben, sodass eine späte Suche das Risiko hoher Mietkosten erhöht.

Voraussetzungen für ein Bachelorstudium

Das deutsche Abitur und mehrere andere deutsche Hochschulzugangsberechtigungen werden grundsätzlich für eine Bachelorbewerbung anerkannt.

Zu den akzeptierten Abschlüssen gehören:

  • Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife;
  • Zeugnis der Fachgebundenen Hochschulreife;
  • Zeugnis der Fachhochschulreife;
  • Reifezeugnis beziehungsweise vergleichbare ältere Abschlüsse.

Neben dem Schulabschluss müssen Bewerber Englischkenntnisse und ausreichende Mathematikkenntnisse nachweisen. Für einzelne Programme können zusätzliche Voraussetzungen in Mathematik, Naturwissenschaften oder anderen Fächern gelten.

Wird IELTS für deutsche Bewerber benötigt?

Ein zusätzlicher IELTS- oder TOEFL-Test ist nicht immer erforderlich. Deutsche Bewerber können die allgemeine Englischvoraussetzung häufig über ihr Abitur erfüllen.

Beim Zeugnis der Allgemeinen oder Fachgebundenen Hochschulreife wird der Englischnachweis normalerweise anerkannt, wenn beispielsweise:

  • Englisch während vier Halbjahren der Qualifikationsphase als erste Fremdsprache belegt wurde;
  • Englisch Leistungskurs war;
  • oder eine Abiturprüfung in Englisch abgelegt wurde.

Erfüllt das Schulzeugnis diese Anforderungen nicht, kann ein international anerkannter Englischtest erforderlich sein.

Voraussetzungen für ein Masterstudium

Für einen Master benötigen deutsche Bewerber grundsätzlich einen anerkannten ersten Hochschulabschluss.

Als allgemeine Mindestqualifikation werden unter anderem anerkannt:

  • ein mindestens dreijähriger Bachelorabschluss;
  • Diplom einer Universität oder Fachhochschule;
  • Magister Artium;
  • erstes Staatsexamen bei bestimmten Lehramts- oder rechtswissenschaftlichen Abschlüssen;
  • zweites Staatsexamen in Medizin oder Pharmazie.

Zusätzlich verlangt der jeweilige Masterstudiengang meist bestimmte Fachkenntnisse, ECTS-Punkte oder vorausgegangene Module. Auch Englisch ist für englischsprachige Masterprogramme eine verpflichtende Zulassungsvoraussetzung.

Wie bewirbt man sich für ein Studium in Schweden?

Die Bewerbung für die meisten schwedischen Bachelor- und Masterprogramme erfolgt zentral über Universityadmissions.se.

Der typische Ablauf ist:

  1. Studiengänge im offiziellen Portal suchen.
  2. Benutzerkonto erstellen.
  3. Programme auswählen und nach Priorität ordnen.
  4. Zeugnisse und erforderliche Dokumente hochladen.
  5. deutsche oder europäische Staatsangehörigkeit nachweisen.
  6. Zulassungsbescheid abwarten.
  7. Studienplatz entsprechend den Anweisungen bestätigen.
  8. Unterkunft und Finanzierung organisieren.

Die Reihenfolge der gewählten Programme ist wichtig. Erhält ein Bewerber einen Platz in einem höher priorisierten Programm, können niedriger eingestufte Alternativen automatisch entfallen.

Bewerbungsfristen 2026 und 2027

Für das Herbstsemester 2026 bestand die internationale erste Bewerbungsrunde aus folgenden Terminen:


    1. Oktober 2025: Öffnung des Bewerbungsportals;

    1. Januar 2026: Bewerbungsschluss;

    1. Februar 2026: Frist für Dokumente und Gebührenbefreiungsnachweis;

    1. März 2026: Master-Zulassungsbescheide;

    1. März 2026: Bachelor-Zulassungsbescheide.

Die zweite Runde endete am 15. April 2026. Viele englischsprachige Programme waren in dieser Runde jedoch nicht mehr verfügbar.

Für das Frühjahrssemester 2027 wurde die Bewerbungsrunde am 1. Juni 2026 eröffnet. Bewerbungsschluss ist der 17. August 2026. Im Frühjahrssemester stehen üblicherweise weniger englischsprachige Programme zur Verfügung als im Herbst.

Wer im Herbst 2027 beginnen möchte, sollte die neuen Termine auf University Admissions prüfen. Die erste Runde öffnet gewöhnlich im Oktober und endet im Januar.

Benötigen Deutsche ein Studentenvisum?

Deutsche Studierende benötigen für Schweden weder ein Studentenvisum noch eine Aufenthaltserlaubnis. Als EU-Bürger besitzen sie ein Aufenthaltsrecht und können nach Schweden ziehen, ohne vorher eine Genehmigung der Migrationsbehörde zu beantragen.

Für längere Aufenthalte können weitere administrative Schritte notwendig werden, etwa die Anmeldung bei der schwedischen Steuerbehörde und die Beantragung einer schwedischen Personenkennnummer. Die Voraussetzungen hängen von der Aufenthaltsdauer und der individuellen Situation ab.

Finanzierungsmöglichkeiten für deutsche Studierende

1. Erasmus+

Erasmus+ ist meist die beste Finanzierung für ein oder zwei Auslandssemester. Voraussetzung ist eine Partnerschaft zwischen der deutschen Heimathochschule und der schwedischen Gasthochschule.

Erasmus-Studierende:

  • zahlen an der Gasthochschule keine Studiengebühren;
  • erhalten eine monatliche Mobilitätsförderung;
  • können unter bestimmten Bedingungen zusätzliche Zuschüsse erhalten;
  • können Auslands-BAföG parallel beantragen;
  • erhalten möglicherweise einen Zuschuss für nachhaltiges Reisen.

Die konkrete monatliche Förderrate wird von der deutschen Heimathochschule festgelegt. Zusätzliche Förderung ist unter anderem für Studierende mit Kind, Behinderung, chronischer Erkrankung oder geringeren Chancen möglich.

2. Auslands-BAföG

Schweden liegt innerhalb der Europäischen Union. Deshalb kann nicht nur ein Auslandssemester, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch ein vollständiges Studium bis zum ausländischen Abschluss über Auslands-BAföG gefördert werden.

Die Förderung kann enthalten:

  • monatliche Unterstützung zum Lebensunterhalt;
  • Zuschuss zu Hin- und Rückreise;
  • Zuschlag zur Krankenversicherung;
  • gegebenenfalls weitere auslandsbezogene Leistungen.

Auch Studierende, die in Deutschland kein BAföG erhalten, sollten einen Antrag prüfen lassen. Wegen zusätzlicher Auslandskosten und anderer Berechnungsgrenzen kann trotzdem ein Anspruch bestehen.

3. DAAD- und Hochschulstipendien

Der DAAD bietet verschiedene Programme für:

  • Studiensemester;
  • Masterstudiengänge;
  • Abschlussarbeiten;
  • Forschungsaufenthalte;
  • Praktika im Ausland.

Viele schwedische Hochschulstipendien richten sich hauptsächlich an gebührenpflichtige Studierende aus Ländern außerhalb der EU. Deutsche Bewerber sollten deshalb besonders nach DAAD-, Erasmus-, PROMOS- und Stiftungsprogrammen suchen.

4. Schwedische Studienfinanzierung CSN

Deutsche Studierende erhalten nicht automatisch schwedische Studienförderung. Ein Anspruch kann jedoch entstehen, wenn sie eine ausreichende Verbindung zu Schweden besitzen.

Eine Förderung kann beispielsweise möglich sein, wenn der Studierende:

  • ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht besitzt;
  • bereits längere Zeit in Schweden gearbeitet hat;
  • Familienangehöriger einer berechtigten Person ist;
  • während des Studiums ausreichend in Schweden arbeitet.

Nach den CSN-Regeln kann eine Beschäftigung von normalerweise mindestens zehn Stunden pro Woche über mindestens zehn Wochen relevant sein. Die Behörde prüft jedoch jeden Fall individuell. Ein Nebenjob sollte deshalb nicht als garantierter Weg zu CSN-Leistungen eingeplant werden.

5. Nebenjob in Schweden

Deutsche EU-Bürger dürfen grundsätzlich ohne separate Arbeitserlaubnis in Schweden arbeiten. Ein Nebenjob kann einen Teil der Lebenshaltungskosten decken.

Die Chancen steigen durch:

  • gute Englischkenntnisse;
  • Grundkenntnisse in Schwedisch;
  • Erfahrungen in Gastronomie, Einzelhandel oder Kundenservice;
  • digitale, technische oder wissenschaftliche Fähigkeiten.

Das Studium sollte dennoch nicht ausschließlich durch einen Nebenjob finanziert werden, da Wohnungssuche und Arbeitsaufnahme besonders zu Beginn Zeit benötigen.

Lohnt sich ein Studium in Schweden?

Schweden ist für deutsche Studierende finanziell besonders interessant, weil keine regulären Studien- oder Bewerbungsgebühren anfallen. Die größte Herausforderung sind die Lebenshaltungskosten und die schwierige Wohnungssuche in beliebten Hochschulstädten.

Am günstigsten ist häufig ein Erasmus-Auslandssemester mit zusätzlichem Auslands-BAföG. Auch ein vollständiger Bachelor oder Master kann realistisch sein, wenn Unterkunft und monatliche Finanzierung frühzeitig gesichert werden.

Offizielle Quellen

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