Studieren in Dänemark für deutsche Studierende: Studiengebühren und Voraussetzungen
Studieren in Dänemark für deutsche Studierende
Dänemark bietet praxisorientierte Hochschulen, moderne Studienbedingungen und zahlreiche englischsprachige Studiengänge. Für deutsche Studierende ist das Land finanziell besonders interessant: Als Bürger der Europäischen Union zahlen sie an öffentlichen dänischen Hochschulen grundsätzlich keine regulären Studiengebühren.
Die größte finanzielle Herausforderung sind daher nicht die Hochschulgebühren, sondern die vergleichsweise hohen Kosten für Miete, Lebensmittel und den täglichen Lebensunterhalt.
Ist das Studium in Dänemark für Deutsche kostenlos?
Deutsche Staatsangehörige gehören zur Gruppe der EU- und EWR-Bürger. Für ein reguläres Vollzeitstudium an einer öffentlichen Hochschule in Dänemark müssen sie normalerweise keine Studiengebühren bezahlen. Das gilt grundsätzlich für:
- Bachelorstudiengänge;
- Professional-Bachelor-Programme;
- Masterstudiengänge;
- viele Academy-Profession-Programme;
- eine Promotion an einer öffentlichen Hochschule.
Studierende aus Ländern außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz zahlen dagegen häufig zwischen etwa 45.000 und 120.000 DKK beziehungsweise 6.000 bis 16.000 Euro pro Studienjahr.
Trotz der Gebührenbefreiung können zusätzliche Ausgaben entstehen, beispielsweise für:
- Bücher und Lernplattformen;
- Labormaterialien;
- Exkursionen;
- Software oder technische Geräte;
- Kopien und Druckkosten;
- studentische Veranstaltungen;
- Unterkunft und Verpflegung.
Bei privaten Bildungseinrichtungen, berufsbegleitenden Programmen und bestimmten Weiterbildungskursen können auch für EU-Bürger Gebühren gelten. Der Gebührenstatus muss daher immer beim konkreten Studiengang geprüft werden.
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Dänemark?
Das offizielle Studienportal Dänemarks nennt folgende ungefähre monatliche Ausgaben:
- Miete: 3.000 bis 6.500 DKK;
- Lebensmittel: 2.000 bis 3.500 DKK;
- Bücher und Lernmaterialien: 400 bis 650 DKK;
- Versicherungen: etwa 300 DKK;
- Mobiltelefon: etwa 250 DKK;
- Nahverkehr: etwa 300 DKK;
- persönliche Ausgaben: etwa 2.000 DKK.
Damit ergibt sich ein grobes Studentenbudget von rund 8.500 bis 13.700 DKK pro Monat. In Kopenhagen kann der tatsächliche Bedarf wegen höherer Mieten deutlich darüber liegen.
Kosten für Studentenwohnungen
Ein Wohnheimzimmer ist häufig günstiger als eine private Wohnung. Weitere Möglichkeiten sind:
- Wohngemeinschaften;
- Korridorzimmer in einem Studentenwohnheim;
- private Untermiete;
- Wohnungen außerhalb des Stadtzentrums;
- Unterkünfte über die Hochschule.
Wer im Zentrum von Kopenhagen, Aarhus oder Odense wohnen möchte, sollte eher nach einem einzelnen Zimmer als nach einer kompletten Wohnung suchen. Das Teilen einer Wohnung gehört zu den wirksamsten Möglichkeiten, die monatlichen Kosten zu reduzieren.
Voraussetzungen für ein Bachelorstudium
Für die Zulassung muss der deutsche Schulabschluss grundsätzlich einem dänischen Abschluss der Sekundarstufe II entsprechen. Das deutsche Abitur erfüllt diese allgemeine Voraussetzung normalerweise, die endgültige Bewertung übernimmt jedoch die jeweilige Hochschule.
Bewerber benötigen üblicherweise:
- Abiturzeugnis oder eine anerkannte Hochschulzugangsberechtigung;
- vollständige Notenübersicht;
- Nachweis der Staatsangehörigkeit;
- Nachweis der Unterrichtssprache;
- gegebenenfalls eine beglaubigte Übersetzung;
- Nachweise über bestimmte Schulfächer;
- eventuell Motivationsschreiben, Lebenslauf oder Aufnahmeprüfung.
Fachbezogene Anforderungen
Neben dem allgemeinen Hochschulzugang gelten für viele Studiengänge konkrete Fachvoraussetzungen.
Beispiele sind:
- Mathematik für Informatik, Wirtschaft und Ingenieurwissenschaften;
- Physik für technische Programme;
- Chemie und Biologie für Natur- oder Gesundheitswissenschaften;
- eine Kunstmappe für Designprogramme;
- Aufnahmeprüfungen für Musik, Kunst oder Architektur.
Die dänischen Hochschulen verwenden für Schulfächer die Niveaus A, B und C. Die Hochschule prüft, ob die im deutschen Abitur belegten Fächer und Unterrichtsstunden dem geforderten dänischen Niveau entsprechen.
Welche Sprachkenntnisse werden verlangt?
Die Anforderungen richten sich nach der Unterrichtssprache des Studiengangs.
Englischsprachige Studiengänge
Bei einem englischsprachigen Programm kann die Hochschule verlangen:
- IELTS Academic;
- TOEFL iBT;
- Cambridge English;
- oder einen gleichwertigen Nachweis.
Teilweise kann Englisch aus dem deutschen Abitur anerkannt werden. Entscheidend sind unter anderem:
- Anzahl der Unterrichtsjahre;
- belegtes Kursniveau;
- Wochenstunden;
- Prüfungsform;
- erreichte Note.
Eine automatische Befreiung vom Sprachtest gibt es nicht an jeder Hochschule. Die Bedingungen müssen direkt beim gewünschten Studiengang kontrolliert werden.
Dänischsprachige Studiengänge
Viele Bachelorprogramme, insbesondere an klassischen Universitäten, werden auf Dänisch unterrichtet. Dafür wird normalerweise ein Nachweis verlangt, der dem dänischen Sprachniveau „Danish A“ entspricht. An der Universität Kopenhagen werden beispielsweise alle regulären Bachelorstudiengänge auf Dänisch angeboten.
Bewerbung für einen Bachelor über Optagelse.dk
Die Bewerbung für grundständige Studiengänge erfolgt normalerweise zentral über Optagelse.dk.
Bewerber können mehrere Programme auswählen und nach persönlicher Priorität ordnen. Die Reihenfolge ist wichtig, da die Zulassung nach der höchsten erreichbaren Priorität erfolgt.
Der typische Ablauf ist:
- Studiengänge und Zulassungsvoraussetzungen auswählen.
- Bewerbung auf Optagelse.dk erstellen.
- Programme nach Priorität sortieren.
- Abiturzeugnis und weitere Dokumente hochladen.
- für jedes Programm die erforderliche Unterschriftsseite einreichen;
- zusätzliche Nachweise direkt an die Hochschule senden;
- Zulassungsentscheidung abwarten.
Für Bewerber mit einem nicht dänischen Schulabschluss endet die reguläre Frist am 15. März um 12:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Frist am 5. Juli gilt hauptsächlich für Bewerber mit einem dänischen Abschluss. Zulassungsentscheidungen werden in der Regel am 28. Juli veröffentlicht.
Da die Frist für den Studienbeginn im Herbst 2026 bereits abgelaufen ist, müssen neue Bewerber die Termine für 2027 prüfen. Sie können die Vorbereitung jedoch frühzeitig beginnen und fehlende Sprach- oder Fachnachweise rechtzeitig erwerben.
Quota 1 und Quota 2 erklärt
Das dänische Zulassungssystem unterscheidet zwischen zwei Auswahlverfahren.
Quota 1
In Quota 1 erfolgt die Auswahl hauptsächlich anhand der Abiturnote. Die Hochschule rechnet die deutsche Note in die dänische Sieben-Punkte-Skala um.
Die tatsächliche Zulassungsgrenze steht erst fest, nachdem alle Bewerbungen bewertet wurden. Sie kann sich deshalb von Jahr zu Jahr verändern.
Quota 2
In Quota 2 können neben den Schulnoten weitere Kriterien berücksichtigt werden:
- Motivationsschreiben;
- Berufserfahrung;
- Praktika;
- ehrenamtliche Tätigkeiten;
- Aufnahmeprüfung;
- Interview;
- studienrelevante Zusatzqualifikationen.
Bewerber mit einem internationalen Schulabschluss, die sich bis zum 15. März bewerben, können gleichzeitig für Quota 1 und Quota 2 geprüft werden, sofern ihre Noten entsprechend umgerechnet werden können.
Bewerbung für einen Master
Masterbewerbungen erfolgen normalerweise direkt über das Onlineportal der jeweiligen Universität. Die Fristen unterscheiden sich nach Hochschule und Studiengang.
Häufig werden verlangt:
- Bachelorzeugnis;
- vollständige Notenübersicht;
- Nachweis über relevante ECTS-Punkte;
- Englischzertifikat;
- Lebenslauf;
- Motivationsschreiben;
- Kursbeschreibungen;
- gegebenenfalls Empfehlungsschreiben oder Portfolio.
Ein deutscher Bachelorabschluss garantiert keine automatische Zulassung. Die Universität prüft, ob Inhalt und Umfang des bisherigen Studiums fachlich zum gewünschten Master passen.
Benötigen deutsche Studierende ein Visum?
Deutsche Staatsangehörige benötigen kein Studentenvisum und keine Arbeitserlaubnis für Dänemark. Sie dürfen nach der Einreise direkt studieren und arbeiten.
Bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten muss jedoch ein EU-Aufenthaltsdokument bei der dänischen Behörde SIRI beantragt werden. Dafür werden normalerweise verlangt:
- Personalausweis oder Reisepass;
- endgültige Zulassung der Hochschule;
- Erklärung zur finanziellen Selbstversorgung;
- gegebenenfalls Nachweis der aktiven Studienteilnahme.
Das EU-Aufenthaltsdokument ist kostenlos. Es wird anschließend benötigt, um bei der Gemeinde eine CPR-Personennummer zu erhalten. Die CPR-Nummer ist unter anderem für die Gesundheitskarte, Steuern und viele digitale Behördendienste wichtig.
Dürfen deutsche Studierende arbeiten?
Als EU-Bürger dürfen deutsche Studierende ohne gesonderte Arbeitserlaubnis arbeiten. Internationale Studierende arbeiten laut dem offiziellen Studienportal häufig etwa zehn bis zwanzig Stunden pro Woche.
Ein Nebenjob kann bei Miete und Lebenshaltungskosten helfen. Ohne Dänischkenntnisse kommen unter anderem infrage:
- Gastronomie;
- Lager und Logistik;
- Reinigung;
- Lieferdienste;
- studentische Stellen an der Hochschule;
- IT- und technische Tätigkeiten;
- internationale Unternehmen.
Können Deutsche die dänische Studienförderung SU erhalten?
Deutsche Studierende erhalten die staatliche dänische Studienförderung SU nicht automatisch. Als EU-Bürger können sie jedoch unter bestimmten Bedingungen den dänischen Studierenden gleichgestellt werden.
Ein häufiger Weg ist der Arbeitnehmerstatus. Dafür müssen Studierende grundsätzlich:
- tatsächlich in Dänemark beschäftigt sein;
- regelmäßig etwa 10 bis 12 Stunden pro Woche arbeiten;
- das Arbeitsverhältnis normalerweise mindestens zehn Wochen aufrechterhalten;
- während des SU-Bezugs weiterarbeiten.
Jeder Antrag wird individuell geprüft. Fällt die Arbeitszeit dauerhaft unter die geforderte Grenze, kann der Anspruch entfallen und zu viel gezahlte Förderung muss möglicherweise zurückgezahlt werden.
Weitere Finanzierungsmöglichkeiten
Deutsche Studierende können außerdem prüfen:
- Auslands-BAföG: innerhalb der EU kann unter bestimmten Bedingungen auch ein vollständiges Studium gefördert werden;
- Erasmus+: besonders geeignet für ein oder zwei Austauschsemester;
- DAAD-Stipendien: für Studien-, Forschungs- oder Praktikumsaufenthalte;
- Stipendien deutscher Stiftungen;
- Nebenjob in Dänemark;
- Bildungsfonds oder familiäre Finanzierung.
Erasmus-Studierende sind an der Gasthochschule von Gebühren für Unterricht, Anmeldung, Prüfungen sowie den Zugang zu Bibliotheken und Laboren befreit und erhalten eine von der Heimathochschule festgelegte Mobilitätsförderung.
Fazit: Lohnt sich ein Studium in Dänemark?
Dänemark ist für deutsche Studierende attraktiv, weil an öffentlichen Hochschulen normalerweise keine Studiengebühren anfallen. Gleichzeitig müssen monatlich rund 8.500 bis 13.700 DKK für Unterkunft und Lebensunterhalt eingeplant werden.
Besonders wichtig sind eine rechtzeitige Bewerbung bis zum 15. März, die genaue Prüfung der Fach- und Sprachanforderungen sowie eine frühzeitige Wohnungssuche. Mit Erasmus+, Auslands-BAföG, einem Nebenjob oder unter bestimmten Bedingungen der dänischen SU kann das Studium finanziell deutlich leichter werden.
Offizielle Quellen
- Study in Denmark – Studiengebühren
- Study in Denmark – Lebenshaltungskosten
- Study in Denmark – Bewerbung und Fristen
- Optagelse.dk – Zentrale Bachelorbewerbung
- Dänische Behörde UFSN – Anerkennung ausländischer Abschlüsse
- New to Denmark – EU-Aufenthaltsdokument für Studierende
- SU – Studienförderung für arbeitende EU-Bürger
- DAAD – Auslandsstudium mit Erasmus+



