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Krankenversicherung für Studenten in Deutschland: Anbieter und Kosten im Vergleich

Eine Krankenversicherung für Studenten in Deutschland ist verpflichtend. Ohne gültigen Versicherungsnachweis kann die Hochschule die Immatrikulation normalerweise nicht abschließen. Internationale Studierende müssen deshalb frühzeitig prüfen, ob sie eine gesetzliche Krankenkasse, eine private Krankenvollversicherung oder zunächst eine Incoming-Versicherung benötigen.

Die Kosten hängen vor allem von vier Faktoren ab:

  • Alter des Studierenden;
  • gesetzlicher oder privater Versicherung;
  • regulärem Studium oder Vorbereitungskurs;
  • Kinderstatus und individueller Beitrag des Anbieters.

Für die meisten regulär eingeschriebenen Studierenden unter 30 Jahren kostet die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung 2026 ungefähr 140 bis 152 Euro monatlich.

Anbieter und Kosten im Überblick

Anbieter oder TarifMonatliche Kosten 2026Geeignet für
Techniker Krankenkasse141,16–146,29 €Regulär eingeschriebene Studierende
AOKRegional unterschiedlichStudierende mit Wunsch nach Beratung vor Ort
DAK-Gesundheit145,52–150,65 €Regulär eingeschriebene Studierende
Barmer146,29–151,42 €Studierende mit englischem Servicebedarf
Care Studentab 101,54 € inklusive PflegeversicherungPrivat versicherbare internationale Studierende
Provisit Studentab 129 €Studierende, die eine private Vollversicherung benötigen
Provisit Educare24ab 34,50 €Sprachkurs, Studienkolleg und Studienvorbereitung
MAWISTA Studentab 28 €Vorübergehende Bildungs- und Reiseaufenthalte

Die günstigen Tarife von Provisit Educare24 und MAWISTA Student sind keine allgemeine Alternative zur gesetzlichen Studentenversicherung. Sie sind hauptsächlich für die Einreise, Sprachkurse, Studienkollegs oder andere vorbereitende Aufenthalte gedacht.

Wie setzt sich der gesetzliche Studentenbeitrag zusammen?

Der Grundbeitrag zur studentischen Krankenversicherung beträgt 2026 bei allen gesetzlichen Krankenkassen 87,38 Euro monatlich. Dazu kommen:

  • der individuelle Zusatzbeitrag der Krankenkasse;
  • 30,78 Euro Pflegeversicherung;
  • 35,91 Euro Pflegeversicherung für kinderlose Studierende ab 23 Jahren.

Die medizinischen Pflichtleistungen sind gesetzlich festgelegt. Preisunterschiede entstehen daher hauptsächlich durch den Zusatzbeitrag. Unterschiede gibt es außerdem beim Kundenservice, bei Apps, Bonusprogrammen und freiwilligen Zusatzleistungen.

Techniker Krankenkasse: günstig und digital

Die Techniker Krankenkasse gehört zu den beliebtesten Optionen für internationale Studierende. Der monatliche Beitrag beträgt 2026:

  • 141,16 Euro bis 22 Jahre oder mit mindestens einem Kind;
  • 146,29 Euro ab 23 Jahren und ohne Kind.

Im Betrag sind Kranken- und Pflegeversicherung enthalten. Der Zusatzbeitragssatz der TK beträgt 2026 2,69 Prozent.

Vorteile der TK

  • englischsprachiger Online-Antrag;
  • englische Informationen und digitale Services;
  • umfangreiche TK-App;
  • elektronische Versicherungsbestätigung für Hochschulen;
  • vergleichsweise niedriger Zusatzbeitrag;
  • Geschäftsstellen in vielen deutschen Städten.

Geeignet für: Internationale Studierende, die ihre Versicherung überwiegend digital verwalten möchten.

AOK: starke persönliche Beratung

Die AOK ist kein einzelner deutschlandweiter Versicherungsträger, sondern besteht aus mehreren regionalen Krankenkassen. Deshalb unterscheiden sich Zusatzbeiträge und freiwillige Leistungen je nach Studien- oder Wohnort.

Bei der AOK Baden-Württemberg beträgt beispielsweise allein der Krankenversicherungsanteil für Studierende 2026 112,94 Euro. Hinzu kommt die Pflegeversicherung. Andere regionale AOKs können einen abweichenden Gesamtbeitrag verlangen.

Vorteile der AOK

  • großes regionales Geschäftsstellennetz;
  • persönliche Beratung am Studienort;
  • elektronische Meldung an die Hochschule;
  • regionale Gesundheitskurse und Bonusangebote;
  • Informationen für internationale Studierende.

Geeignet für: Studierende, die ihre Fragen lieber persönlich in einer Filiale klären.

DAK-Gesundheit: mittleres Preisniveau

Bei der DAK-Gesundheit zahlen die meisten Studierenden 2026:

  • 145,52 Euro unter 23 Jahren oder mit Kind;
  • 150,65 Euro ab 23 Jahren und ohne Kind.

Die Pflegeversicherung ist bereits im Gesamtbetrag enthalten. Der Zusatzbeitragssatz der DAK beträgt 2026 3,2 Prozent.

Vorteile der DAK

  • digitale und persönliche Beratung;
  • Geschäftsstellen in vielen Städten;
  • Online-Services und App;
  • Gesundheits- und Präventionsprogramme;
  • Unterstützung bei der Hochschulmeldung.

Geeignet für: Studierende, die digitale Services mit persönlicher Beratung kombinieren möchten.

Barmer: englischer Service und Teledoktor

Die Barmer gehört ebenfalls zu den großen gesetzlichen Krankenkassen. Ihre Beiträge betragen:

  • 146,29 Euro unter 23 Jahren oder mit Kind;
  • 151,42 Euro ab 23 Jahren und ohne Kind.

Der Barmer-Zusatzbeitrag für Studierende beträgt monatlich 28,13 Euro.

Vorteile der Barmer

  • englischsprachiger Antrag;
  • englische Kundenberatung;
  • Barmer-App und Online-Mitgliederbereich;
  • digitale medizinische Beratung über den Teledoktor;
  • Unterstützung bei der Suche nach Ärzten;
  • deutschlandweites Geschäftsstellennetz.

Geeignet für: Internationale Studierende, denen englische telefonische und medizinische Beratung wichtig ist.

Private Krankenversicherung für Studenten

Internationale Studierende können unter bestimmten Voraussetzungen eine private Krankenvollversicherung wählen. Das kann beispielsweise interessant sein für:

  • Studierende über 30;
  • Personen ohne Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung;
  • Doktoranden;
  • Austauschstudierende;
  • Studierende, die bewusst private Leistungen wählen.

Care Student

Care Student ist eine private Krankenvollversicherung für ausländische Studierende. Die veröffentlichten Gesamtbeiträge inklusive Pflegepflichtversicherung betragen:

  • 101,54 Euro für Personen von 12 bis 29 Jahren;
  • 127,60 Euro für Personen von 30 bis 39 Jahren.

Der Tarif enthält eine jährliche Selbstbeteiligung. Vor dem Abschluss müssen deshalb Leistungen, Ausschlüsse und Erstattungsgrenzen geprüft werden.

Provisit Student

Provisit Student ist eine private substitutive Krankenvollversicherung für eingeschriebene internationale Studierende. Der Tarif beginnt nach Anbieterangaben bei 129 Euro monatlich und richtet sich unter anderem an Studierende, Doktoranden und Personen, die nicht gesetzlich versichert werden können oder möchten.

Vorsicht bei Tarifen ab 28 oder 34,50 Euro

MAWISTA Student wird ab 28 Euro angeboten, ist jedoch eine private Reisekrankenversicherung. Provisit Educare24 kostet ab 34,50 Euro und richtet sich vor allem an Sprachschüler, Praktikanten, Studienbewerber und Studienkolleg-Teilnehmer.

Solche Tarife eignen sich häufig für:

  • die Zeit zwischen Einreise und Studienbeginn;
  • einen Sprachkurs;
  • ein Studienkolleg;
  • die Suche nach einem Studienplatz;
  • ein zeitlich begrenztes Praktikum.

Für ein reguläres Fachstudium verlangen Hochschulen in der Regel eine gesetzliche oder anerkannte private Krankenvollversicherung.

Wer kann kostenlos familienversichert bleiben?

Eine beitragsfreie Familienversicherung ist häufig bis zum 25. Geburtstag möglich, wenn ein Elternteil gesetzlich versichert ist und die Einkommensgrenze eingehalten wird.

Die Einkommensgrenze liegt 2026 grundsätzlich bei:

  • 565 Euro monatlich bei regelmäßigem sonstigem Einkommen;
  • 603 Euro monatlich bei einem Minijob.

Auch eine Familienversicherung über einen gesetzlich versicherten Ehepartner kann möglich sein.

Gesetzliche oder private Krankenversicherung?

Die gesetzliche Versicherung ist meistens besser, wenn:

  • regelmäßige Behandlungen benötigt werden;
  • Vorerkrankungen bestehen;
  • keine Selbstbeteiligung gewünscht ist;
  • eine unkomplizierte Abrechnung über die Gesundheitskarte wichtig ist;
  • Ehepartner oder Kinder später familienversichert werden sollen.

Eine private Versicherung kann sinnvoll sein, wenn:

  • kein Zugang zur gesetzlichen Versicherung besteht;
  • der Student über 30 Jahre alt ist;
  • der Tarif deutlich günstiger ist;
  • die Leistungen zum persönlichen Bedarf passen;
  • die Anerkennung für Immatrikulation und Aufenthalt bestätigt wurde.

Eine Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht muss grundsätzlich innerhalb von drei Monaten beantragt werden. Die Entscheidung kann während desselben Studiums häufig nicht einfach rückgängig gemacht werden.

So wählen Sie den richtigen Anbieter

Vergleichen Sie nicht nur den Monatsbeitrag. Prüfen Sie außerdem:

  1. Anerkennung durch Hochschule und Ausländerbehörde;
  2. Selbstbeteiligung und Leistungshöchstgrenzen;
  3. Behandlung von Vorerkrankungen;
  4. Psychotherapie und Zahnbehandlung;
  5. englischsprachigen Kundenservice;
  6. App und digitale Dokumentenübermittlung;
  7. Leistungen bei Auslandsaufenthalten;
  8. Kündigung und Wechselmöglichkeiten.

Fazit

Für die meisten internationalen Studierenden unter 30 ist eine gesetzliche Krankenkasse die unkomplizierteste Lösung. Die TK bietet 2026 ein gutes Verhältnis aus Beitrag und digitalem Service. Die AOK eignet sich für persönliche Beratung, während Barmer und DAK solide Alternativen mit umfangreichen Serviceangeboten sind.

Private Tarife können günstiger sein, müssen aber als echte Krankenvollversicherung anerkannt werden. Angebote ab 28 oder 34,50 Euro sind hauptsächlich für vorbereitende Bildungsaufenthalte und nicht automatisch für ein reguläres Studium geeignet.

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