Studieren in Spanien für deutsche Studierende: Kosten und Bewerbung
Studieren in Spanien für deutsche Studierende: Spanien ist für deutsche Studierende besonders wegen seiner vergleichsweise günstigen öffentlichen Universitäten, des großen Erasmus-Netzwerks und der vielfältigen Hochschulstädte interessant. Neben Madrid und Barcelona bieten auch Valencia, Granada, Sevilla, Salamanca oder Santiago de Compostela attraktive Studienmöglichkeiten.
Deutsche Staatsangehörige benötigen kein Studentenvisum. Für einen vollständigen Bachelor ist die Bewerbung allerdings komplexer als für ein Erasmus-Semester: Das deutsche Abitur muss normalerweise über UNEDasiss für den spanischen Hochschulzugang bewertet werden. Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen können zusätzliche Fachprüfungen notwendig sein.
Wie viel kostet ein Studium in Spanien?
Die Studiengebühren öffentlicher Universitäten werden von den autonomen Regionen festgelegt. Deshalb können die Kosten je nach Studienort, Fach und Zahl der belegten ECTS-Punkte unterschiedlich ausfallen.
Als aktueller Richtwert gelten:
- Bachelor an einer öffentlichen Universität: etwa 700 bis 1.700 Euro pro Studienjahr;
- offizieller Master an einer öffentlichen Universität: etwa 1.000 bis 3.500 Euro pro Studienjahr;
- private Universität: teilweise bis zu 20.000 Euro jährlich;
- Erasmus-Auslandssemester: normalerweise keine Studiengebühren an der spanischen Gasthochschule.
Wiederholte Prüfungen oder die erneute Belegung nicht bestandener Module können teurer sein als die erste Einschreibung. Die endgültigen Gebühren müssen deshalb direkt bei der Universität und der jeweiligen autonomen Region geprüft werden.
Welche Studienorte sind besonders teuer?
Madrid und Barcelona gehören zu den teuersten Hochschulstädten Spaniens. Dort sollten Studierende ungefähr 1.000 bis 1.200 Euro monatlich einplanen. In kleineren Städten kann ein Budget von etwa 700 bis 900 Euro pro Monat ausreichen.
Zum monatlichen Budget gehören:
- Miete und Nebenkosten;
- Lebensmittel;
- öffentlicher Nahverkehr;
- Mobiltelefon und Internet;
- Lernmaterialien;
- Krankenversicherung;
- Freizeit und persönliche Ausgaben.
Ein WG-Zimmer ist meist günstiger als ein Studentenwohnheim mit Verpflegung oder eine eigene Wohnung. In gefragten Stadtteilen von Madrid und Barcelona können die Mietkosten jedoch deutlich über dem landesweiten Durchschnitt liegen.
Voraussetzungen für deutsche Bachelorbewerber
Das deutsche Abitur wird grundsätzlich als Hochschulzugangsqualifikation anerkannt. Deutsche Bewerber müssen jedoch prüfen, welche Zulassungskriterien die gewünschte Universität und die jeweilige Region anwenden.
Normalerweise werden benötigt:
- Abiturzeugnis;
- vollständige Notenübersicht;
- gültiger Personalausweis oder Reisepass;
- UNEDasiss-Akkreditierung;
- Nachweis der Unterrichtssprache;
- gegebenenfalls Ergebnisse der PCE-Fachprüfungen;
- teilweise beglaubigte Übersetzungen;
- eventuell Portfolio oder Aufnahmeprüfung.
Für Medizin, Zahnmedizin, Psychologie, Architektur und andere stark nachgefragte Studiengänge reicht eine durchschnittliche Abiturnote häufig nicht aus. Bewerber müssen ihre Zulassungsnote gegebenenfalls durch zusätzliche Prüfungen verbessern.
Was ist UNEDasiss?
UNEDasiss ist der zentrale Dienst der spanischen Fernuniversität UNED für internationale Studienbewerber. Er bewertet ausländische Schulabschlüsse und stellt eine Akkreditierung aus, die für die Bewerbung an vielen spanischen Universitäten benötigt wird.
Der typische Ablauf ist:
- Anforderungen der gewünschten Universität prüfen.
- Onlinekonto bei UNEDasiss erstellen.
- Akkreditierung beantragen.
- Abiturzeugnis und weitere Unterlagen einreichen.
- gegebenenfalls PCE-Prüfungen auswählen.
- Akkreditierung erhalten.
- sich zusätzlich bei der Universität oder dem regionalen Zulassungsportal bewerben.
Die UNEDasiss-Bearbeitung ersetzt nicht die eigentliche Hochschulbewerbung. Studierende müssen daher zwei verschiedene Fristen beachten: die Frist von UNEDasiss und die Bewerbungsfrist der Zieluniversität.
Sind PCE-Prüfungen für Deutsche Pflicht?
Die Pruebas de Competencias Específicas, kurz PCE, sind Fachprüfungen, mit denen internationale Bewerber ihre Zulassungsnote verbessern können.
Die von UNEDasiss berechnete Zugangsnote erreicht maximal 10 Punkte. Die Universität kann abhängig von ihren eigenen Kriterien bis zu vier weitere Punkte hinzufügen. Dadurch kann die endgültige Zulassungsnote maximal 14 Punkte betragen.
Für Bewerber aus Deutschland und anderen EU-Staaten empfiehlt UNEDasiss bei der ersten Bewerbung normalerweise mindestens zwei relevante PCE-Fächer, sofern für den gewünschten Studiengang eine höhere Zulassungsnote benötigt wird. Insgesamt können maximal sechs PCE-Fächer abgelegt werden. Die Zieluniversität entscheidet, welche Fächer gewichtet werden.
PCE-Prüfungen sind besonders wichtig für Studiengänge wie:
- Medizin;
- Zahnmedizin;
- Pharmazie;
- Psychologie;
- Ingenieurwissenschaften;
- Informatik;
- Wirtschaftswissenschaften;
- Architektur.
Ein Bewerber sollte niemals Prüfungsfächer auswählen, bevor er die Gewichtungstabelle der gewünschten Universität geprüft hat.
Aktuelle PCE-Termine 2026
UNEDasiss organisiert 2026 zwei Prüfungsrunden:
- Mai-/Juni-Runde: Antrag vom 16. März bis 28. April 2026;
- September-Runde: Antrag vom 1. bis 22. Juli 2026;
- September-Prüfungen: vom 2. bis 8. September 2026.
Für die Septemberrunde wurden auch Prüfungszentren in Berlin, Frankfurt und München angekündigt. Die Plätze können begrenzt sein, und Termine oder Standorte können sich ändern. Bewerber sollten daher ihre Prüfungsbestätigung kurz vor dem Termin erneut herunterladen.
Wer erst 2027 beginnen möchte, sollte die neuen Termine frühzeitig auf der offiziellen UNEDasiss-Seite prüfen.
Wie bewirbt man sich an einer spanischen Universität?
Spanien besitzt kein einziges Bewerbungsportal für alle Hochschulen. Die Bewerbung erfolgt je nach Region:
- direkt bei der Universität;
- über ein regionales Zulassungsportal;
- oder über ein zentrales Voranmeldungsverfahren mehrerer Universitäten.
Die meisten Bewerbungsfristen für den Studienbeginn im September oder Oktober liegen im Frühjahr oder Frühsommer. Die konkreten Termine unterscheiden sich jedoch nach Region und Universität.
Bewerbung für einen Master
Masterbewerbungen werden normalerweise direkt über das Portal der jeweiligen Universität eingereicht.
Häufig verlangt werden:
- Bachelorzeugnis;
- Transcript of Records;
- Lebenslauf;
- Motivationsschreiben;
- Sprachnachweis;
- Empfehlungsschreiben;
- gegebenenfalls Kursbeschreibungen, Portfolio oder Berufserfahrung.
Bei einem Master entscheidet die Universität selbst, ob der deutsche Bachelor fachlich zum gewünschten Programm passt.
Welche Sprachkenntnisse werden benötigt?
Die meisten Bachelorprogramme werden auf Spanisch unterrichtet. Viele Universitäten verlangen deshalb Spanischkenntnisse auf dem Niveau B2, teilweise C1.
Als Nachweis werden je nach Hochschule beispielsweise akzeptiert:
- DELE;
- SIELE;
- universitätseigene Sprachprüfung;
- anerkannter vorheriger Abschluss auf Spanisch.
Englischsprachige Angebote sind vor allem auf Masterebene verbreitet. In Katalonien, dem Baskenland, Galicien und anderen Regionen können Veranstaltungen zusätzlich in der jeweiligen regionalen Amtssprache stattfinden. Bewerber sollten daher bei jedem Modul prüfen, ob es auf Spanisch, Englisch, Katalanisch, Baskisch oder Galicisch angeboten wird.
Benötigen Deutsche ein Studentenvisum?
Deutsche Staatsangehörige benötigen als EU-Bürger kein Visum für das Studium in Spanien. Für Aufenthalte von mehr als drei Monaten müssen sie sich jedoch innerhalb von drei Monaten nach der Einreise in das zentrale Ausländerregister eintragen lassen. Dabei wird eine Registrierungsbescheinigung mit der spanischen Ausländeridentifikationsnummer NIE ausgestellt.
Studierende benötigen dafür normalerweise:
- gültigen Personalausweis oder Reisepass;
- Immatrikulationsnachweis;
- ausreichenden Krankenversicherungsschutz;
- gegebenenfalls Europäische Krankenversicherungskarte;
- Anmeldung bei der Gemeinde, den sogenannten Padrón.
Eine Europäische Krankenversicherungskarte kann den Versicherungsnachweis erfüllen, wenn sie den gesamten Aufenthalt abdeckt und Zugang zu notwendigen Gesundheitsleistungen ermöglicht.
Finanzierung des Studiums in Spanien
Erasmus+
Erasmus+ ist meist die günstigste Möglichkeit für ein Auslandssemester. Geförderte Studierende sind an der Gasthochschule von Studien-, Registrierungs-, Prüfungs-, Labor- und Bibliotheksgebühren befreit. Zusätzlich können sie Zuschüsse für Aufenthalt und Reise erhalten. Die Bewerbung erfolgt über das International Office der deutschen Heimathochschule.
Auslands-BAföG
Innerhalb der Europäischen Union kann unter bestimmten Voraussetzungen nicht nur ein Auslandssemester, sondern ein vollständiges Studium bis zum spanischen Abschluss gefördert werden.
Auslands-BAföG kann unter anderem umfassen:
- monatliche Förderung;
- Zuschuss zu Reisekosten;
- Zuschuss zur Krankenversicherung;
- unter bestimmten Bedingungen Studiengebühren.
Auch Studierende ohne regulären BAföG-Anspruch in Deutschland sollten die Auslandsförderung prüfen, da zusätzliche Kosten berücksichtigt werden können.
DAAD-Stipendien
Der DAAD fördert je nach Programm unter anderem:
- Studiensemester;
- Jahresaufenthalte;
- vollständige Masterstudiengänge;
- Praktika;
- Forschungsaufenthalte.
Passende Programme und Bewerbungsfristen können in der offiziellen DAAD-Stipendiendatenbank gesucht werden.
Fazit: Lohnt sich ein Studium in Spanien?
Spanien bietet deutschen Studierenden vergleichsweise bezahlbare öffentliche Universitäten und eine große Auswahl an Hochschulstädten. Für einen Bachelor müssen jedoch UNEDasiss, mögliche PCE-Prüfungen und regionale Bewerbungsverfahren frühzeitig eingeplant werden.
Besonders günstig ist ein Erasmus-Aufenthalt. Wer einen vollständigen Bachelor oder Master absolvieren möchte, sollte mit etwa 700 bis 1.700 Euro Studiengebühren für einen öffentlichen Bachelor und monatlichen Lebenshaltungskosten von ungefähr 700 bis 1.200 Euro rechnen.
Offizielle Quellen
- UNEDasiss – Hochschulzugang für internationale Bewerber
- UNEDasiss – Prüfungen und Termine 2026
- UNEDasiss – Häufig gestellte Fragen
- European Education Area – Studium und Kosten in Spanien
- Spanische Verwaltung – Registrierung von EU-Bürgern
- DAAD – Studium und Aufenthalt in Spanien
- DAAD – Auslandsstudium mit Erasmus+
- Bundesportal – BAföG für Studium und Auslandsstudium



