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Studieren in Frankreich für deutsche Studierende: Bewerbung und Finanzierung

Studieren in Frankreich für deutsche Studierende 

Frankreich ist für deutsche Studierende besonders interessant: Die staatlichen Studiengebühren sind niedrig, deutsche Staatsangehörige benötigen kein Studentenvisum und zahlreiche Hochschulen nehmen an Erasmus+ sowie deutsch-französischen Studienprogrammen teil.

Wer in Frankreich studieren möchte, muss jedoch das richtige Bewerbungsportal kennen. Für das erste Bachelorjahr wird meist Parcoursup genutzt, während Bewerbungen für das erste Masterjahr häufig über Mon Master laufen.

Wie ist das Studium in Frankreich aufgebaut?

Das französische Hochschulsystem folgt grundsätzlich dem europäischen Bachelor-Master-System:

  • Licence: drei Studienjahre und 180 ECTS
  • Master: zwei weitere Studienjahre und 120 ECTS
  • Doctorat: Promotion nach einem Masterabschluss

Neben Universitäten gibt es:

  • Grandes Écoles,
  • Ingenieurhochschulen,
  • Business Schools,
  • Kunst- und Architekturhochschulen,
  • Instituts universitaires de technologie,
  • private Hochschulen.

Die Zulassungsbedingungen unterscheiden sich stark. Ein zulassungsfreies Universitätsfach besitzt meist ein anderes Bewerbungsverfahren als eine selektive Grande École.

Brauchen deutsche Studierende ein Visum?

Deutsche Staatsangehörige sind EU-Bürger und benötigen für ein Studium in Frankreich weder ein Studentenvisum noch verpflichtend eine französische Aufenthaltserlaubnis.

Für einen Aufenthalt von mehr als drei Monaten müssen sie jedoch grundsätzlich:

  • an einer anerkannten Bildungseinrichtung eingeschrieben sein,
  • über ausreichende finanzielle Mittel verfügen,
  • einen umfassenden Krankenversicherungsschutz besitzen.

Eine freiwillige Aufenthaltskarte für EU-Studierende kann beantragt werden, ist aber nicht verpflichtend.

Diese Regel gilt für deutsche Staatsangehörige. Wer lediglich in Deutschland lebt, aber eine Nicht-EU-Staatsangehörigkeit besitzt, muss die französischen Visa- und Bewerbungsregeln für Drittstaatsangehörige prüfen.

Bewerbung für eine Licence über Parcoursup

Wer nach dem deutschen Abitur das erste Jahr einer Licence oder eine andere grundständige Ausbildung beginnen möchte, bewirbt sich häufig über Parcoursup.

Für den Studienbeginn im September 2026 galt:


    1. Januar 2026: Beginn der Registrierung und Abgabe von Studienwünschen

    1. März 2026: Ende der regulären Wunschabgabe

    1. April 2026: Frist zur Vervollständigung und Bestätigung der Bewerbungen

    1. Juni bis 11. Juli 2026: Hauptzulassungsphase

    1. Juni bis 10. September 2026: ergänzende Zulassungsphase

    1. September 2026: letzter Termin für neue Wünsche in der ergänzenden Phase

Am 17. Juli 2026 können Bewerber daher noch an der ergänzenden Phase teilnehmen, sofern passende Studienplätze verfügbar sind.

Über Parcoursup laufen unter anderem Bewerbungen für:

  • das erste Licence-Jahr,
  • BTS-Ausbildungen,
  • BUT-Programme,
  • Vorbereitungsklassen für Grandes Écoles,
  • viele Ingenieur- und Wirtschaftshochschulen,
  • bestimmte Kunst- und Sozialausbildungen.

Einige Hochschulen oder internationalen Programme verwenden trotzdem ein eigenes Portal. Die Vorgaben des konkreten Studiengangs sind daher verbindlich.

Bewerbung für einen Master über Mon Master

Für das erste Jahr eines staatlich anerkannten französischen Masterstudiums wird normalerweise die Plattform Mon Master genutzt.

Der Bewerbungszeitraum 2026 sah so aus:


    1. Februar 2026: Veröffentlichung des Studienangebots

    1. Februar bis 17. März 2026: reguläre Bewerbungsphase

    1. bis 16. Juni 2026: Hauptzulassungsphase

    1. Juni bis 19. Juli 2026: ergänzende Phase

    1. Juli bis 30. August 2026: Vergabe frei werdender Plätze

Zum Aktualisierungsdatum dieses Artikels läuft die ergänzende Zulassungsphase noch bis zum 19. Juli 2026.

Nicht immer über Mon Master laufen:

  • Bewerbungen für das zweite Masterjahr,
  • einige internationale Masterprogramme,
  • bestimmte Grandes Écoles,
  • private Hochschulen,
  • Weiterbildungsprogramme.

Hier erfolgt die Bewerbung häufig direkt bei der Einrichtung.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Je nach Studiengang können verlangt werden:

  1. Abiturzeugnis oder Bachelorabschluss
  2. vollständige Notenübersichten
  3. beglaubigte Übersetzungen
  4. Lebenslauf
  5. Motivationsschreiben
  6. Nachweis über Französisch- oder Englischkenntnisse
  7. Empfehlungsschreiben
  8. Modulbeschreibungen für einen Master
  9. Praktikums- oder Arbeitsnachweise
  10. Ausweis oder Reisepass

Die Hochschule legt selbst fest, welche Sprachkenntnisse und Zertifikate akzeptiert werden. Bei einem französischsprachigen Studiengang sollte deshalb nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass Schulfranzösisch ausreicht.

Studiengebühren in Frankreich 2026/2027

Deutsche Studierende bezahlen an staatlichen französischen Hochschulen dieselben regulären Einschreibegebühren wie französische und andere EU-Studierende.

Für das Studienjahr 2026/2027 gelten:

  • Licence: 178 Euro pro Jahr
  • Master: 255 Euro pro Jahr
  • Ingenieurprogramme unter dem zuständigen Ministerium: 630 Euro pro Jahr
  • Doctorat: 398 Euro pro Jahr

Private Hochschulen und Grandes Écoles dürfen eigene, wesentlich höhere Gebühren festlegen. Vor allem private Business Schools können mehrere Tausend Euro pro Studienjahr verlangen.

Zusätzliche CVEC-Gebühr

Zusätzlich zur Einschreibegebühr müssen die meisten Studierenden die Contribution de vie étudiante et de campus, kurz CVEC, bezahlen.

Für 2026/2027 beträgt sie 105 Euro. Auch Studierende, die von der Zahlung befreit sind, benötigen vor der Einschreibung eine entsprechende CVEC-Bescheinigung. Erasmus-Austauschstudierende sind normalerweise von der CVEC ausgenommen.

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?

Campus France veranschlagt je nach Wohnort und Unterkunft unterschiedliche Budgets. Als realistische Orientierung gelten ungefähr:

  • Paris: rund 1.350 Euro monatlich
  • andere französische Städte: rund 940 Euro monatlich

Allein eine private Unterkunft kann mindestens etwa 800 Euro in Paris und 400 Euro in anderen Regionen kosten. Wohnheime des CROUS, Wohngemeinschaften und kleinere Hochschulstädte sind häufig günstiger.

Zum Budget gehören:

  • Miete und Kaution,
  • Lebensmittel,
  • Nahverkehr,
  • Krankenversicherung oder Zusatzschutz,
  • Lernmaterialien,
  • Telefon und Internet,
  • Freizeit und Reisen.

Finanzierung durch Auslands-BAföG

Deutsche Studierende können für ein vollständiges Studium oder einen Studienabschnitt in Frankreich Auslands-BAföG beantragen.

Ein Studium innerhalb der Europäischen Union kann grundsätzlich bis zum Abschluss gefördert werden. Je nach persönlichem Anspruch können zusätzlich berücksichtigt werden:

  • Lebensunterhalt,
  • Kranken- und Pflegeversicherung,
  • Reisekosten,
  • nachweisbare Studiengebühren.

Für Studiengebühren können unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 5.600 Euro für höchstens ein Jahr als Zuschuss übernommen werden. Ein Antrag kann sich auch lohnen, wenn wegen höherer Auslandsbedarfe kein Inlands-BAföG gezahlt wird.

Für Frankreich ist bundesweit die Kreisverwaltung Mainz-Bingen als Auslands-BAföG-Amt zuständig. Der Antrag sollte möglichst mehrere Monate vor Studienbeginn gestellt werden.

Erasmus+ für ein Auslandssemester

Wer bereits an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist und nur ein oder zwei Semester in Frankreich verbringen möchte, sollte Erasmus+ prüfen.

Die Bewerbung erfolgt über das International Office der deutschen Heimathochschule. Erasmus+ kann bieten:

  • monatliche finanzielle Förderung,
  • Erlass regulärer Studiengebühren an der Gasthochschule,
  • akademische Anerkennung vereinbarter Leistungen,
  • zusätzliche Förderung für Studierende mit geringeren Chancen.

Für bestimmte Gruppen ist bei längeren Mobilitäten ein zusätzlicher Zuschuss von 250 Euro monatlich möglich. Die tatsächliche Grundförderung legt die entsendende Hochschule innerhalb der geltenden Fördersätze fest.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Zusätzlich kommen infrage:

  • DAAD-Stipendien,
  • Förderungen der Deutsch-Französischen Hochschule,
  • Programme des Deutsch-Französischen Jugendwerks,
  • Stipendien französischer Hochschulen,
  • Begabtenförderungswerke,
  • Unterstützung durch deutsche oder französische Stiftungen.

Studierende können außerdem unter bestimmten Bedingungen französische Wohnbeihilfe wie APL oder ALS beantragen. Entscheidend sind unter anderem die Unterkunft, die Miethöhe und das eigene Einkommen.

Krankenversicherung in Frankreich

Bei einem zeitlich begrenzten Studium können gesetzlich versicherte deutsche Studierende häufig ihre Europäische Krankenversicherungskarte nutzen. Sie ermöglicht medizinisch notwendige Leistungen nach den Regeln des französischen Systems.

Vor der Abreise sollte die deutsche Krankenkasse jedoch bestätigen, ob der Schutz für den konkreten Studienaufenthalt ausreicht. Die EKVK deckt beispielsweise keine private Behandlung und keinen medizinischen Rücktransport ab.

Dürfen deutsche Studierende arbeiten?

Deutsche und andere EU-Studierende dürfen in Frankreich ohne separate Arbeitserlaubnis arbeiten. Die Beschäftigung muss neben dem Studium ausgeübt werden und ist im Studentenstatus grundsätzlich auf 964 Stunden pro Jahr begrenzt.

Ein Nebenjob sollte nur als Ergänzung betrachtet werden. Besonders in Paris reicht ein typischer Studentenjob selten aus, um sämtliche Lebenshaltungskosten zu finanzieren.

Fazit

Studieren in Frankreich für deutsche Studierende ist vergleichsweise unkompliziert: Es wird kein Studentenvisum benötigt, und staatliche Hochschulen verlangen 2026/2027 nur 178 Euro für eine Licence beziehungsweise 255 Euro für einen Master.

Für das erste Bachelorjahr läuft die Bewerbung meist über Parcoursup, für das erste Masterjahr über Mon Master. Zur Finanzierung sollten Auslands-BAföG, Erasmus+, DAAD-Stipendien, deutsch-französische Programme und französische Wohnbeihilfe frühzeitig geprüft werden.

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