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SCHUFA für internationale Studierende: Was ist das und wie bekommt man sie?

SCHUFA für internationale Studierende: Was ist das und wie bekommt man sie?

Wer als internationaler Student nach Deutschland kommt, begegnet bei der Wohnungssuche häufig zum ersten Mal dem Begriff SCHUFA. Viele Vermieter verlangen eine SCHUFA-Auskunft, bevor sie einen Mietvertrag anbieten. Auch Banken, Mobilfunkanbieter oder Kreditkartenunternehmen können die Bonität ihrer Kunden prüfen.

Für neu eingereiste Studierende entsteht dabei ein Problem: Sie haben in Deutschland noch keine finanzielle Vergangenheit und deshalb häufig noch keinen aussagekräftigen SCHUFA-Datensatz. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ihre Bonität schlecht ist.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was die SCHUFA für internationale Studierende bedeutet, wie Sie eine SCHUFA-Auskunft erhalten und welche Alternativen Sie bei der Wohnungssuche nutzen können.

Was ist die SCHUFA?

SCHUFA steht für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Das Unternehmen ist eine deutsche Wirtschaftsauskunftei, die Daten zur Zahlungsfähigkeit von Verbraucherinnen und Verbrauchern verarbeitet.

Aus diesen Informationen werden Bonitätsbewertungen berechnet. Sie sollen Unternehmen dabei helfen einzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihre Rechnungen und vertraglichen Verpflichtungen bezahlt.

Zu den gespeicherten Informationen können beispielsweise gehören:

  • Name und Geburtsdatum
  • aktuelle und frühere deutsche Anschriften
  • bestehende Bankkonten
  • Kreditkarten und Kreditverträge
  • Mobilfunk- oder Ratenzahlungsverträge
  • offene und ausreichend gemahnte Forderungen
  • Informationen über Zahlungsausfälle

Nicht gespeichert werden sollten unter anderem Angaben zum Einkommen, Arbeitgeber, Beruf, Familienstand oder zur Religion. Die SCHUFA kennt daher normalerweise nicht das monatliche Einkommen eines Studierenden.

Wofür brauchen internationale Studierende eine SCHUFA-Auskunft?

Eine SCHUFA-Auskunft ist keine Voraussetzung für das Studium, die Immatrikulation oder das deutsche Studentenvisum. Sie wird vor allem bei privaten Verträgen relevant.

Am häufigsten wird sie in folgenden Situationen verlangt:

  • Anmietung einer Wohnung
  • Abschluss eines Mobilfunkvertrags
  • Beantragung einer Kreditkarte
  • Aufnahme eines Kredits
  • Kauf auf Rechnung oder in Raten
  • Abschluss bestimmter Internetverträge

Bei der Wohnungssuche möchten viele Vermieter sehen, ob gegen einen Bewerber bekannte Zahlungsprobleme vorliegen. Neben der SCHUFA-Auskunft werden häufig ein Ausweis, Einkommensnachweise oder andere Finanzierungsnachweise verlangt.

Eine gesetzliche Pflicht, jedem Vermieter eine SCHUFA-Auskunft vorzulegen, besteht nicht. Auf angespannten Wohnungsmärkten kann eine fehlende Auskunft die Chancen auf eine Wohnung allerdings reduzieren.

Haben internationale Studierende automatisch eine SCHUFA?

Internationale Studierende müssen sich nicht separat bei der SCHUFA registrieren. Ein Datensatz kann entstehen, sobald sie in Deutschland Verträge mit Unternehmen abschließen, die Informationen an die SCHUFA übermitteln.

Das kann beispielsweise nach der Eröffnung eines deutschen Bankkontos oder dem Abschluss eines Mobilfunkvertrags geschehen.

Neu eingereiste Studierende haben jedoch häufig:

  • noch keine gespeicherte deutsche Anschrift,
  • keine deutschen Verträge,
  • keine Kredit- oder Zahlungshistorie,
  • noch keinen aussagekräftigen Bonitätsscore.

Eine fehlende SCHUFA-Historie ist nicht dasselbe wie ein negativer SCHUFA-Eintrag. Sie bedeutet lediglich, dass bisher nur wenige oder keine Informationen vorliegen.

Wie bekommt man eine SCHUFA als internationaler Student?

Eine SCHUFA-Auskunft können Sie normalerweise erst sinnvoll beantragen, nachdem Sie in Deutschland angekommen sind und eine deutsche Anschrift besitzen.

1. Wohnsitz in Deutschland anmelden

Nach dem Einzug müssen Sie Ihre Wohnung beim zuständigen Bürgeramt beziehungsweise bei der Meldebehörde anmelden. Die Anmeldung soll grundsätzlich spätestens zwei Wochen nach dem Einzug erfolgen.

Dafür benötigen Sie normalerweise:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • ausgefülltes Anmeldeformular
  • Wohnungsgeberbestätigung des Vermieters

Durch die Anmeldung erhalten Sie eine offizielle deutsche Meldeadresse.

2. Deutsches Bankkonto eröffnen

Viele Studierende benötigen ein deutsches Girokonto, um:

  • ihre Miete zu bezahlen,
  • den Rundfunkbeitrag zu überweisen,
  • Geld vom Sperrkonto zu erhalten,
  • den Semesterbeitrag zu bezahlen,
  • eine Krankenversicherung abzuschließen.

Ein Bankkonto führt nicht in jedem Fall automatisch sofort zu einem umfangreichen SCHUFA-Profil. Es kann aber ein erster Bestandteil Ihrer deutschen Vertragshistorie werden.

Achten Sie beim Kontoabschluss darauf, ob die Bank eine SCHUFA-Abfrage durchführt und welche Daten übermittelt werden.

3. Kostenlose SCHUFA-Datenkopie beantragen

Nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung können Sie eine kostenlose Kopie Ihrer gespeicherten personenbezogenen Daten verlangen.

Bei der SCHUFA heißt dieses Dokument:

„Datenkopie nach Art. 15 DSGVO“

Die Datenkopie enthält umfangreiche persönliche Informationen und ist vor allem dafür gedacht, die gespeicherten Daten selbst zu kontrollieren. Sie kann online über die SCHUFA beziehungsweise meineSCHUFA beantragt werden.

Eine Begründung für den Antrag ist nicht erforderlich. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, nur die notwendigen Pflichtfelder auszufüllen. Eine Ausweiskopie sollte grundsätzlich nur eingereicht werden, wenn die Identität nicht eindeutig festgestellt werden kann. Nicht benötigte Angaben auf der Kopie können geschwärzt werden.

4. SCHUFA-BonitätsCheck für Vermieter kaufen

Für die Weitergabe an einen Vermieter ist der kostenpflichtige SCHUFA-BonitätsCheck besser geeignet.

Er enthält nur die Informationen, die für einen Vertragsabschluss relevant sind, und gibt nicht die vollständigen persönlichen SCHUFA-Daten weiter.

Der SCHUFA-BonitätsCheck:

  • ist speziell zur Vorlage bei Vermietern geeignet,
  • enthält einen aktuellen Bonitätsnachweis,
  • ist als PDF erhältlich,
  • verfügt über einen Verifizierungscode,
  • kostet derzeit einmalig 29,95 Euro.

Der Preis kann sich ändern und sollte deshalb vor der Bestellung auf der offiziellen SCHUFA-Website kontrolliert werden.

Kostenlose Datenkopie oder kostenpflichtiger BonitätsCheck?

Die beiden Dokumente haben unterschiedliche Zwecke.

Kostenlose SCHUFA-Datenkopie

Die Datenkopie eignet sich, wenn Sie:

  • wissen möchten, welche Daten gespeichert sind,
  • Ihren Score überprüfen wollen,
  • falsche Einträge suchen,
  • eine Korrektur beantragen möchten.

Da die Datenkopie sensible persönliche Angaben und Informationen über Vertragspartner enthalten kann, sollte sie nicht vollständig an einen Vermieter weitergegeben werden.

Kostenpflichtiger SCHUFA-BonitätsCheck

Der BonitätsCheck eignet sich, wenn Sie:

  • sich um eine Wohnung bewerben,
  • nur relevante Bonitätsinformationen zeigen möchten,
  • ein professionelles Dokument für den Vermieter benötigen.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine für Vermieter bestimmte Bonitätsauskunft weniger persönliche Informationen enthält als die vollständige Datenkopie.

Kann man eine SCHUFA vor der Einreise beantragen?

Ein Antrag aus dem Ausland ist theoretisch möglich, wenn die SCHUFA Sie eindeutig identifizieren kann. Für Studierende, die noch nie in Deutschland gelebt oder Verträge abgeschlossen haben, wird jedoch häufig kein aussagekräftiger Datensatz vorhanden sein.

Vor der Einreise können Sie einem möglichen Vermieter stattdessen folgende Unterlagen anbieten:

  • Zulassungsbescheid der deutschen Universität
  • Nachweis über das Sperrkonto
  • Stipendienbescheinigung
  • Kontoauszüge
  • Finanzierungsnachweis
  • Verpflichtungserklärung
  • Bürgschaft einer Person mit Einkommen in Deutschland
  • Nachweis über bereits gezahlte Studien- oder Semesterbeiträge
  • Kopie des Visums oder des Visumantrags

Erklären Sie dem Vermieter offen, dass Sie neu nach Deutschland kommen und deshalb noch keine deutsche SCHUFA-Historie besitzen.

Wohnung mieten ohne SCHUFA: Welche Alternativen gibt es?

Eine Wohnung ohne SCHUFA zu finden ist möglich, besonders bei Studentenwohnheimen, Zwischenmieten und Wohngemeinschaften.

Ihre Chancen können Sie mit einer vollständigen Bewerbungsmappe verbessern. Diese kann enthalten:

  1. ein kurzes persönliches Anschreiben,
  2. den Zulassungsbescheid,
  3. eine Kopie des Reisepasses,
  4. einen Finanzierungsnachweis,
  5. eine Bürgschaft,
  6. eine Mieterselbstauskunft,
  7. die Bestätigung des Studienplatzes.

Studentenwohnheime verlangen häufig keine klassische SCHUFA-Auskunft. Allerdings gibt es vielerorts Wartelisten, weshalb eine frühzeitige Bewerbung beim zuständigen Studierendenwerk sinnvoll ist.

Überweisen Sie keine Kaution oder mehrere Monatsmieten, bevor Sie die Wohnung, den Vermieter und den Mietvertrag überprüft haben. Gerade internationale Studierende werden häufig mit gefälschten Wohnungsanzeigen und angeblichen Vermietern im Ausland konfrontiert.

Was tun bei falschen SCHUFA-Daten?

Überprüfen Sie Ihre kostenlose Datenkopie sorgfältig. Falsche Anschriften, unbekannte Verträge oder bereits bezahlte Forderungen können Ihre Bonität beeinträchtigen.

Gehen Sie bei einem Fehler folgendermaßen vor:

  1. Sammeln Sie Belege über den fehlerhaften Eintrag.
  2. Schreiben Sie die SCHUFA und das meldende Unternehmen an.
  3. Verlangen Sie die Berichtigung oder Löschung.
  4. Fordern Sie nach der Korrektur eine neue Datenkopie an.
  5. Wenden Sie sich bei ungelösten Problemen an die zuständige Datenschutzbehörde.

Während geprüft wird, ob ein bestrittenes Merkmal richtig ist, darf die betreffende Information nicht ohne Weiteres an andere Vertragspartner herausgegeben werden.

Wie können Studierende negative SCHUFA-Einträge vermeiden?

Eine bestimmte Handlung garantiert keinen besseren Score. Sie können jedoch Zahlungsausfälle und negative Einträge vermeiden, indem Sie:

  • Rechnungen und Raten rechtzeitig bezahlen,
  • Mahnungen nicht ignorieren,
  • Änderungen Ihrer Anschrift mitteilen,
  • Ihr Bankkonto regelmäßig kontrollieren,
  • Verträge fristgerecht kündigen,
  • unbekannte Forderungen sofort prüfen,
  • nur finanzielle Verpflichtungen eingehen, die Sie bezahlen können,
  • Ihre SCHUFA-Daten regelmäßig kontrollieren.

Mehrere Kreditanträge oder neue Verträge sollten nicht nur abgeschlossen werden, um möglichst schnell eine SCHUFA-Historie aufzubauen. Entscheidend ist ein langfristig zuverlässiges Zahlungsverhalten.

Fazit: Ist die SCHUFA für internationale Studierende ein Problem?

Die SCHUFA für internationale Studierende ist vor allem bei der privaten Wohnungssuche wichtig. Neu eingereiste Studierende haben oft noch keinen umfangreichen Datensatz. Das ist jedoch kein negativer Eintrag und bedeutet nicht, dass sie zahlungsunfähig sind.

Nach der Anmeldung in Deutschland können Sie eine kostenlose SCHUFA-Datenkopie anfordern. Für die Bewerbung bei einem Vermieter ist der kostenpflichtige BonitätsCheck meist die datenschutzfreundlichere Variante.

Liegt noch keine SCHUFA-Historie vor, können ein Sperrkonto, ein Stipendium, eine Bürgschaft oder andere Finanzierungsnachweise Ihre Zahlungsfähigkeit belegen.

Offizielle und weiterführende Quellen

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