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Medizin in Österreich studieren: MedAT, Kosten und Bewerbung 2026

Medizin in Österreich studieren: MedAT, Kosten und Bewerbung 

Österreich gehört zu den beliebtesten Ländern für deutsche Abiturienten, die Medizin im Ausland studieren möchten. Die Gründe sind offensichtlich: Das Studium findet auf Deutsch statt, öffentliche Universitäten verlangen für deutsche EU-Studierende während der regulären Studienzeit grundsätzlich keine hohen Studiengebühren, und der Abschluss wird innerhalb der Europäischen Union erworben.

Der Zugang ist allerdings schwierig. Wer Medizin in Österreich studieren möchte, muss den zentralen Aufnahmetest MedAT bestehen. Der deutsche Numerus clausus spielt dabei nicht dieselbe Rolle wie bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen in Deutschland.

Dieser Leitfaden erklärt MedAT 2026, Studienkosten, Bewerbungsfristen und Chancen für deutsche Studierende.

Wo kann man in Medizin in Österreich studieren?

Der MedAT-H für Humanmedizin wird an vier öffentlichen Standorten angeboten:

  • Medizinische Universität Wien
  • Medizinische Universität Innsbruck
  • Medizinische Universität Graz
  • Medizinische Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz

Zahnmedizin kann über den MedAT-Z in Wien, Innsbruck und Graz studiert werden. Die JKU Linz bietet im gemeinsamen Aufnahmeverfahren nur Humanmedizin an.

Für das Studienjahr 2026/2027 standen insgesamt 1.950 Studienplätze für Human- und Zahnmedizin zur Verfügung:

StudienortStudienplätze 2026/2027
Wien784
Innsbruck430
Graz406
Linz330

Die Zahlen umfassen je nach Standort Human- und Zahnmedizin.

Was ist der MedAT?

Der MedAT ist der gemeinsame Aufnahmetest der öffentlichen medizinischen Universitäten.

Für Humanmedizin heißt der Test:

MedAT-H

Für Zahnmedizin heißt er:

MedAT-Z

Der Test findet nur einmal pro Jahr und gleichzeitig an allen Standorten statt. Bewerber müssen sich bereits bei der Anmeldung für einen Studienort entscheiden. Das Ergebnis gilt nur für diesen Standort und das folgende Studienjahr.

Der gesamte MedAT wird ausschließlich auf Deutsch durchgeführt. Auch die offiziellen Vorbereitungsunterlagen sind auf Deutsch verfügbar.

MedAT 2026: Termine und Fristen

Für die Zulassung zum Studienjahr 2026/2027 galten folgende Termine:

  • Online-Anmeldung: 2. bis 31. März 2026
  • Bezahlung der Testgebühr: 2. bis 31. März 2026
  • MedAT: 3. Juli 2026
  • Ergebnisse: voraussichtlich Kalenderwoche 32
  • Zulassung: nach Veröffentlichung der Ergebnisse

Die Testgebühr betrug 110 Euro. Eine Anmeldung war erst nach fristgerechter Zahlung vollständig.

Da der MedAT 2026 bereits am 3. Juli 2026 stattgefunden hat, müssen neue Bewerber auf die Veröffentlichung der Fristen für das nächste Aufnahmeverfahren warten.

Wie ist der MedAT-H aufgebaut?

Der MedAT-H für Humanmedizin besteht aus vier großen Testbereichen.

1. Basiskenntnistest Medizinische Studien

Der BMS prüft schulisches Wissen in:

  • Biologie
  • Chemie
  • Physik
  • Mathematik

Die Fragen werden im Multiple-Choice-Format gestellt.

2. Textverständnis

Hier wird geprüft, ob Bewerber:

  • komplexe Texte verstehen
  • wichtige Informationen erkennen
  • Schlussfolgerungen aus Texten ziehen können

3. Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten

Dieser Teil umfasst unter anderem:

  • Figuren zusammensetzen
  • Gedächtnis und Merkfähigkeit
  • Zahlenfolgen
  • Wortflüssigkeit
  • Implikationen erkennen

4. Sozial-emotionale Kompetenzen

Geprüft werden unter anderem Fähigkeiten in Bereichen wie:

  • Emotionen erkennen
  • Emotionen regulieren
  • soziale Entscheidungen

Die genaue Struktur und die offiziellen Übungsmaterialien stellt das gemeinsame MedAT-Portal kostenlos bereit.

Braucht man einen bestimmten NC?

Nein. Für den MedAT gibt es keinen klassischen deutschen Medizin-NC.

Auch ein Abiturdurchschnitt von 1,0 garantiert keinen Studienplatz. Gleichzeitig kann ein Bewerber mit einem schwächeren Abitur grundsätzlich erfolgreich sein, wenn er beim MedAT eine ausreichend hohe Platzierung erreicht.

Für die Teilnahme am MedAT 2026 musste noch kein fertiges Abiturzeugnis vorgelegt werden. Bewerber mussten sich jedoch mindestens in der letzten Schulstufe befinden. Wer einen Studienplatz erhielt, musste die Hochschulzugangsberechtigung bei der späteren Zulassung nachweisen.

Das macht Österreich besonders interessant für deutsche Bewerber, deren Abiturnote für einen direkten Studienplatz in Deutschland nicht ausreicht.

Welche Quote gilt für deutsche Bewerber?

Deutsche Staatsbürger mit deutschem Abitur fallen normalerweise in das sogenannte EU-Kontingent.

Dieses Kontingent gilt für EU-Bürger, die ihr Reifezeugnis nicht in Österreich erworben haben und nicht dem österreichischen Kontingent gleichgestellt sind.

Für Humanmedizin gilt:

  • mindestens 95 Prozent der Plätze sind EU-Bürgern und gleichgestellten Bewerbern vorbehalten
  • mindestens 75 Prozent der Plätze sind Bewerbern mit österreichischem Reifezeugnis vorbehalten

Die Kontingentregelung gilt für Humanmedizin, nicht in derselben Form für Zahnmedizin.

Das bedeutet: Deutsche Bewerber konkurrieren im MedAT-H insbesondere innerhalb der für das EU-Kontingent relevanten Rangfolge.

Wie viel kostet ein Medizinstudium in Österreich?

Für deutsche Studierende ist Österreich im Vergleich zu privaten Medizinuniversitäten oder englischsprachigen Programmen in Osteuropa finanziell sehr attraktiv.

An der MedUni Wien sind EU-Bürger während der vorgesehenen Studiendauer zuzüglich der gesetzlichen Toleranzsemester vom eigentlichen Studienbeitrag befreit.

Während dieser Zeit fällt grundsätzlich nur der verpflichtende ÖH-Beitrag an. An der MedUni Wien beträgt dieser aktuell 26,20 Euro pro Semester.

Wird die beitragsfreie Studiendauer überschritten, können für EU-Bürger 363,36 Euro Studienbeitrag pro Semester plus ÖH-Beitrag anfallen.

Weitere Kosten

Trotz niedriger Studiengebühren müssen Studierende ein Budget einplanen für:

  • Unterkunft
  • Lebensmittel
  • Krankenversicherung
  • öffentliche Verkehrsmittel
  • Lernmaterialien
  • Reisen nach Deutschland

Die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten für Studierende in Österreich werden vom offiziellen Portal Study in Austria mit rund 1.300 Euro pro Monat angegeben. Die tatsächlichen Kosten hängen stark vom Studienort und Lebensstil ab.

Wie bewirbt man sich für Medizin in Österreich?

Die Bewerbung funktioniert in mehreren Schritten.

Schritt 1: Studienort auswählen

Sie müssen sich entscheiden zwischen:

  • Wien
  • Innsbruck
  • Graz
  • Linz

Eine Teilnahme an mehreren Standorten im selben Jahr ist nicht möglich.

Schritt 2: Online zum MedAT anmelden

Die Anmeldung erfolgt innerhalb der offiziellen Frist über das MedAT-System.

Schritt 3: Testgebühr bezahlen

Ohne fristgerechte Zahlung der Kostenbeteiligung ist die Anmeldung nicht gültig. 2026 betrug die Gebühr 110 Euro.

Schritt 4: MedAT schreiben

Der Test muss persönlich am gewählten Testort abgelegt werden. Eine Online-Teilnahme ist nicht möglich.

Schritt 5: Studienplatzangebot annehmen

Nach einem ausreichend guten Testergebnis erhalten erfolgreiche Bewerber ein Studienplatzangebot. Anschließend müssen die regulären Zulassungsvoraussetzungen und Dokumente nachgewiesen werden.

Ist Medizin in Österreich für Deutsche einfacher als in Deutschland?

Nicht unbedingt.

Österreich bietet den Vorteil, dass die Abiturnote nicht nach demselben NC-System wie in Deutschland entscheidet. Dafür ist der MedAT stark umkämpft und verlangt eine intensive Vorbereitung.

Die Option eignet sich besonders für Bewerber, die:

  • gute naturwissenschaftliche Grundlagen haben
  • mehrere Monate konsequent lernen können
  • unter Zeitdruck konzentriert arbeiten
  • ihre Chancen nicht allein von der Abiturnote abhängig machen möchten

Fazit

Medizin in Österreich zu studieren ist für deutsche Bewerber eine der interessantesten Alternativen zum deutschen NC-System.

Die größten Vorteile sind:

  • deutschsprachiges Studium
  • niedrige Studienkosten
  • vier öffentliche Studienorte
  • Auswahl über den MedAT statt allein über die Abiturnote
  • Studium innerhalb der EU

Die größte Hürde bleibt der Aufnahmetest. Wer einen Studienplatz möchte, sollte früh mit der Vorbereitung auf Biologie, Chemie, Physik, Mathematik sowie die kognitiven und sozial-emotionalen Testbereiche beginnen.

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