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Studieren in Großbritannien nach dem Brexit: Kosten, Visum und Stipendien

Studieren in Großbritannien nach dem Brexit: Großbritannien bleibt trotz Brexit ein sehr beliebtes Studienziel für deutsche Studierende. Universitäten wie Oxford, Cambridge, Imperial College London, UCL, Edinburgh, Manchester, Warwick oder King’s College London haben international einen starken Ruf. Außerdem sind viele Masterprogramme in Großbritannien nur ein Jahr lang, was die Gesamtdauer des Studiums verkürzen kann.

Nach dem Brexit hat sich jedoch viel geändert. Deutsche Studierende werden in vielen Fällen nicht mehr wie britische Studierende behandelt. Das betrifft vor allem Studiengebühren, Visum, Zugang zu Studienfinanzierung und Aufenthaltsregeln. Deshalb ist eine gute Planung wichtiger als früher.

Dieser Leitfaden erklärt, was deutsche Studierende über Kosten, Visum und Stipendien für ein Studium in Großbritannien nach dem Brexit wissen sollten.

Was hat sich nach dem Brexit geändert?

Vor dem Brexit konnten viele EU-Studierende im Vereinigten Königreich unter ähnlichen Bedingungen wie britische Studierende studieren. Nach dem Brexit ist das für viele neue Studierende nicht mehr der Fall.

Die wichtigsten Änderungen sind:

  • Viele deutsche Studierende zahlen internationale Studiengebühren.
  • Zugang zu britischer staatlicher Studienfinanzierung ist deutlich eingeschränkt.
  • Für Studiengänge über 6 Monate wird meist ein Student visa benötigt.
  • Es gelten neue Einreise- und Aufenthaltsregeln.
  • Krankenversorgung läuft über den Immigration Health Surcharge.
  • Stipendien und Hochschulfinanzierung sind wichtiger geworden.

Wichtig: Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel für Personen mit settled oder pre-settled status. Die genaue Gebührensituation hängt von persönlichem Aufenthaltsstatus, Wohnsitzgeschichte und Universität ab.

Warum trotzdem in Großbritannien studieren?

Großbritannien bleibt attraktiv, weil:

  • viele Universitäten international sehr anerkannt sind,
  • Masterprogramme oft nur ein Jahr dauern,
  • viele Studiengänge auf Englisch angeboten werden,
  • Forschung und Lehre in vielen Fachbereichen stark sind,
  • das Land viele internationale Studierende anzieht,
  • es gute Karriere- und Alumni-Netzwerke gibt,
  • London, Edinburgh, Manchester, Glasgow, Bristol und andere Städte starke Studienorte sind.

Besonders beliebt sind Fächer wie:

  • Business,
  • Economics,
  • Law,
  • International Relations,
  • Computer Science,
  • Artificial Intelligence,
  • Engineering,
  • Public Policy,
  • Medicine,
  • Creative Industries.

Studiengebühren nach dem Brexit

Die Studiengebühren sind einer der wichtigsten Punkte. Viele deutsche Studierende zahlen seit Brexit-Beginn nicht mehr automatisch die niedrigeren Home Fees, sondern häufig internationale Gebühren.

Bachelorstudium

Internationale Bachelorgebühren können je nach Universität und Fach deutlich höher sein als Home Fees. Programme in Medizin, Laborfächern, Business oder Engineering sind oft besonders teuer.

Masterstudium

Masterprogramme sind häufig nur ein Jahr lang, aber die Gebühren können hoch sein. Je nach Universität und Studienfach können internationale Gebühren stark variieren.

Wichtiger Tipp

Prüfen Sie immer den Begriff Fee Status auf der offiziellen Webseite der Universität. Ihre Staatsangehörigkeit allein entscheidet nicht immer. Entscheidend können auch Aufenthaltsstatus, gewöhnlicher Wohnsitz und frühere Lebensumstände sein.

Lebenshaltungskosten in Großbritannien

Neben den Studiengebühren müssen deutsche Studierende auch die Lebenshaltungskosten einplanen.

Typische Kosten sind:

  • Miete oder Studentenwohnheim,
  • Lebensmittel,
  • öffentlicher Verkehr,
  • Bücher und Lernmaterialien,
  • Handy und Internet,
  • Kleidung,
  • Freizeit,
  • Krankenversorgung über IHS,
  • Flug oder Reise nach Großbritannien,
  • Notfallbudget.

London ist deutlich teurer als viele andere Städte. Auch Städte wie Oxford, Cambridge, Bristol oder Edinburgh können hohe Mieten haben. Günstiger können manche Universitätsstädte in Nordengland, Wales, Schottland oder Nordirland sein.

Visum für deutsche Studierende

Deutsche Studierende brauchen für kurze Studienaufenthalte bis zu 6 Monaten in vielen Fällen kein Visum, wenn sie an einer akkreditierten Einrichtung studieren. Für längere Studiengänge wird jedoch normalerweise ein Student visa benötigt.

Ein Student visa ist meist erforderlich für:

  • Bachelorstudium,
  • Masterstudium,
  • PhD,
  • längere Austauschprogramme,
  • Studiengänge über 6 Monate.

Für Englischkurse bis zu 11 Monaten kann unter Umständen ein Short-term study visa relevant sein.

Voraussetzungen für das UK Student Visa

Für ein Student visa müssen Studierende normalerweise zeigen, dass sie:

  • einen Studienplatz bei einem lizenzierten Student Sponsor haben,
  • eine Confirmation of Acceptance for Studies, kurz CAS, erhalten haben,
  • genug Geld für Studiengebühren und Lebenshaltungskosten haben,
  • Englischkenntnisse erfüllen,
  • die Visagebühr bezahlen,
  • den Immigration Health Surcharge bezahlen,
  • alle erforderlichen Dokumente einreichen.

Die CAS ist ein zentrales Dokument. Ohne CAS kann der Student-visa-Antrag nicht korrekt gestellt werden.

Was ist CAS?

CAS bedeutet Confirmation of Acceptance for Studies. Dieses elektronische Dokument wird von der britischen Hochschule ausgestellt, nachdem Sie die Zulassungsbedingungen erfüllt haben.

Die CAS enthält normalerweise:

  • CAS-Nummer,
  • persönliche Daten,
  • Name der Hochschule,
  • Studiengang,
  • Studienbeginn und Studienende,
  • Studiengebühren,
  • bereits gezahlte Beträge,
  • Angaben zu Englischkenntnissen.

Prüfen Sie die CAS sorgfältig, bevor Sie den Visumantrag stellen.

Visumkosten und IHS

Für das UK Student visa fallen mehrere Kosten an.

Wichtige Kostenpunkte sind:

  • Visumantragsgebühr,
  • Immigration Health Surcharge,
  • Übersetzungen,
  • Dokumentenvorbereitung,
  • ggf. Termin- oder Servicegebühren,
  • Reise zum Visa Application Centre, falls nötig.

Der Immigration Health Surcharge wird zusätzlich zur Visumgebühr gezahlt und ermöglicht Zugang zum National Health Service während des Aufenthalts. Manche Leistungen können trotzdem kostenpflichtig sein.

Finanzierungsnachweis für das Visum

Studierende müssen oft nachweisen, dass sie genug Geld für Studiengebühren und Lebenshaltungskosten haben.

Die Lebenshaltungskostenanforderung hängt davon ab, ob man in London oder außerhalb Londons studiert.

Typische Nachweise können sein:

  • Bankauszüge,
  • Stipendienbescheid,
  • offizieller Finanzierungsbrief,
  • Nachweis bezahlter Studiengebühren,
  • Nachweis bezahlter Unterkunft, soweit anrechenbar,
  • Dokumente eines Elternteils, falls erlaubt und korrekt belegt.

Wichtig: Die britischen Finanznachweise haben genaue Regeln. Geld muss oft über eine bestimmte Zeit gehalten werden. Prüfen Sie die offiziellen GOV.UK-Vorgaben vor dem Antrag.

Stipendien für deutsche Studierende in Großbritannien

Da internationale Gebühren hoch sein können, sind Stipendien besonders wichtig.

1. DAAD-Stipendien

Der DAAD bietet verschiedene Programme für deutsche Studierende im Ausland. Für Großbritannien können je nach Ziel relevant sein:

  • Jahresstipendium,
  • Masterstudium im Ausland,
  • PROMOS über die eigene Hochschule,
  • Forschungsstipendien,
  • HAW.International.

DAAD-Förderung kann je nach Programm monatliche Raten, Reisekosten, Versicherung und Studiengebührenzuschüsse umfassen.

2. Auslands-BAföG

Auslands-BAföG kann für ein Studium in Großbritannien relevant sein. Es kann unter bestimmten Bedingungen Studiengebühren, Lebenshaltungskosten, Reisekosten und Krankenversicherung unterstützen.

Wichtig: Auch Studierende, die in Deutschland kein BAföG erhalten, können im Ausland förderberechtigt sein. Deshalb sollte man Auslands-BAföG immer prüfen.

3. Hochschulstipendien in Großbritannien

Viele britische Universitäten bieten eigene Stipendien für internationale Studierende an.

Mögliche Formen sind:

  • International Scholarships,
  • Merit Scholarships,
  • Tuition Fee Discounts,
  • Country Scholarships,
  • Department Awards,
  • Research Scholarships,
  • PhD Funding.

Die meisten Hochschulstipendien sind teilweise Förderungen. Vollstipendien sind seltener und sehr wettbewerbsfähig.

4. Chevening Scholarships

Chevening ist eines der bekanntesten britischen Regierungsstipendien. Es richtet sich an zukünftige Führungskräfte aus berechtigten Ländern und finanziert in der Regel ein einjähriges Masterstudium.

Für deutsche Studierende ist Chevening nicht immer automatisch relevant, da die Länderberechtigung geprüft werden muss. Trotzdem gehört es zu den wichtigsten UK-Stipendien weltweit.

5. GREAT Scholarships

GREAT Scholarships werden vom British Council und britischen Hochschulen angeboten. Sie richten sich an Studierende aus ausgewählten Ländern und unterstützen normalerweise einjährige postgraduate taught courses.

Ob Deutschland in einem bestimmten Jahr teilnimmt, muss auf der offiziellen Study UK-Seite geprüft werden.

Arbeiten während des Studiums

Mit einem Student visa dürfen viele internationale Studierende während des Studiums begrenzt arbeiten. Die genaue Regel hängt vom Kurs und den Bedingungen im Visum ab.

Wichtig:

  • Arbeit darf die Studienleistung nicht gefährden.
  • Nicht alle Jobarten sind erlaubt.
  • Arbeitsstunden sind begrenzt.
  • Man sollte die Bedingungen im Visum genau prüfen.
  • Arbeit sollte nicht als Hauptfinanzierung eingeplant werden.

Graduate Route nach dem Studium

Die Graduate Route kann es internationalen Absolventinnen und Absolventen ermöglichen, nach dem Abschluss für eine begrenzte Zeit im Vereinigten Königreich zu bleiben und zu arbeiten. Die Regeln können sich ändern, daher sollten Studierende die aktuellen GOV.UK-Informationen prüfen.

Für viele Studierende ist diese Option interessant, weil sie Berufserfahrung nach dem Studium ermöglichen kann.

Schritt-für-Schritt-Planung

Eine gute Planung sieht so aus:

  1. Studienziel festlegen.
  2. Universitäten und Programme vergleichen.
  3. Fee Status prüfen.
  4. Studiengebühren und Lebenshaltungskosten berechnen.
  5. Stipendien und DAAD-Förderung recherchieren.
  6. Bewerbung an Universitäten vorbereiten.
  7. Angebot erhalten.
  8. CAS erhalten.
  9. Student visa beantragen.
  10. IHS und Visumkosten bezahlen.
  11. Unterkunft und Reise planen.
  12. Finanzierung und Notfallbudget sichern.

Häufige Fehler vermeiden

Vermeiden Sie diese Fehler:

  • Brexit-Regeln ignorieren,
  • Home Fees erwarten, obwohl International Fees gelten,
  • nur Studiengebühren berechnen,
  • IHS vergessen,
  • CAS zu spät beantragen,
  • Finanznachweise falsch vorbereiten,
  • London-Kosten unterschätzen,
  • Stipendienfristen verpassen,
  • nicht prüfen, ob ein Visum nötig ist,
  • Arbeit als sichere Hauptfinanzierung einplanen.

Fazit

Ein Studium in Großbritannien nach dem Brexit ist für deutsche Studierende weiterhin attraktiv, aber finanziell und organisatorisch anspruchsvoller als früher. Viele deutsche Studierende zahlen internationale Studiengebühren und benötigen für längere Studiengänge ein Student visa.

Wer erfolgreich planen möchte, sollte Fee Status, Studiengebühren, Lebenshaltungskosten, IHS, Visum, Stipendien und mögliche Förderung durch DAAD oder Auslands-BAföG gemeinsam prüfen. Mit früher Planung und realistischem Budget kann Großbritannien weiterhin ein sehr starkes Ziel für Bachelor, Master, PhD oder Auslandssemester sein.

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